Felix Klare, diesmal nicht in der Rolle des Kommissars. Foto: ARD/C. Schröder

Felix Klare ist als Stuttgarter „Tatort“-Kommissar bekannt. Nun spielt in einem dreistündigen ARD-Krimidrama einen verurteilten Mörder, der freigelassen wird.

Stuttgart - Wenn die ARD den Darsteller eines „Tatort“-Kommissars als Mordverdächtigen in einem Krimi außerhalb der Reihe besetzt, hat das stets einen besonderen Reiz. Auch „Unschuldig“ lebt von der Überlegung, ob der Titel nicht besser mit einem Fragezeichen versehen sein sollte, zumal schon der clever gestaltete Vorspann des Films erste Zweifel weckt.

Dass sich dieser von der ARD-Tochter Degeto in Auftrag gegebene Film über weite Strecken seiner insgesamt knapp 180 Minuten durch eine hintergründige Spannung auszeichnet, liegt ohnehin nicht zuletzt am Hauptdarsteller: Felix Klare, Partner von Richy Müller beim „Tatort“ aus Stuttgart, verkörpert seine Figur gerade zu Beginn auf eine Weise, die den Architekten Alex Schwarz eher zwielichtig erscheinen lässt.

Ein Alibi platzt

Der Mann ist vor sieben Jahren als Mörder seiner Frau verurteilt worden. Neben diversen Indizien, die gegen ihn sprachen, waren es vor allem zwei Aussagen, die ihn belastet haben: Sein damaliger bester Freund Sven (Florian Panzner) hat sein Alibi platzen lassen; und ein Mitgefangener in der Untersuchungshaft hat angegeben, Alex habe ihm den Mord gestanden. Als dieser Mann auf dem Sterbebett seine Aussage zurückzieht, muss der Architekt freigelassen werden.

Kommissarin Katrin Jahnke (Britta Hammelstein) bekommt den Auftrag, mit den Ermittlungen bei Null anzufangen, und das möglichst unvoreingenommen, also ohne die Mithilfe des damaligen Soko-Leiters Jan Menhart (Steven Scharf). Das ist gar nicht so einfach, denn der Kollege ist ihr Lebensgefährte. Die Aufgabe entpuppt sich jedoch als erhebliche Belastungsprobe für die Beziehung, denn Katrin und ihr Team (Almila Bagriacik, Bernhard Conrad) stoßen recht bald auf Ungereimtheiten: Entweder hat die Soko damals äußerst schlampig gearbeitet; oder ihr Freund hat entlastende Zeugenaussagen ignoriert und die Indizien so manipuliert, dass am Ende nur noch Alex als Mörder in Frage kam.

Es bleiben Zweifel

Sowohl von Klare wie vor allem auch vom jungen Yuri Völsch sehr schön gespielte Vater/Sohn-Szenen sorgen dafür, dass der bis dahin finstere und von großem Zorn erfüllte Alex in anderem Licht erscheint. Trotzdem bleibt ein Restzweifel, zumal Menhart seine Freundin dringend vor den manipulativen Fähigkeiten des Architekten warnt.

Das Drehbuch von Florian Oeller, der für die ARD unter anderem die beiden Polit- und Wirtschafts-Thriller „Tödliche Geheimnisse“ und „Tödliche Geheimnisse - Jagd in Kapstadt“ geschrieben hat, basiert auf einer britischen Vorlage: „Innocent“ (2018) ist als Miniserie für den Privatsender ITV entstanden. Die ohnehin unnötig ausführlich erzählten Nebenebenen sind ein Grund dafür, warum dem ansonsten durchweg fesselnden Zweiteiler, den die ARD am Stück zeigt, im letzten Drittel etwas die Puste ausgeht.

Ausstrahlung: Samstag, 7. Dezember 2019, 20.15 Uhr. Bereits vorab hier in der Mediathek des Senders.

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