Vizepräsident Joe Biden (links) und Senatorin Kamala Harris debattieren im TV-Duell heftig. Foto: dpa

In der zweiten Runde der TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber ging es etwas spannungsgeladener zu. Vor allem einer bekam dabei sein Fett weg.

Miami - Bei der TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber haben sich die Senatorin Kamala Harris und Ex-Vizepräsident Joe Biden einen dramatischen Schlagabtausch geliefert. Harris attackierte Biden am Donnerstabend (Ortszeit) für dessen Bemerkungen über zwei Senatoren, die Anhänger der Trennung zwischen Schwarzen und Weißen waren, sowie seine frühere Position bei der Integration afroamerikanischer Schüler.

Biden hatte sich vor Kurzem bei einer Spendengala dazu geäußert, wie er zu Beginn seiner Karriere im Senat mit zwei Abgeordneten, die Befürworter der Rassentrennung waren, zusammengearbeitet habe, obwohl er mit ihnen nicht übereingestimmt habe. Biden führte dies als Beispiel dafür an, warum überparteiliche Zusammenarbeit wichtig sei, um Probleme zu lösen. Er erntete dafür scharfe Kritik. Harris nannte die Aussagen am Donnerstag „verletzend“.

Umfragen zufolge liegt Biden bislang deutlich vorne

Die Senatorin kritisierte den Vize zudem dafür, dass er in den 1970ern die Praxis des „busing“ abgelehnt habe - bei dem Kinder zu Schulen in anderen Bezirken gefahren wurden, um die Integration vor allem schwarzer Schüler zu ermöglichen und die Trennung zwischen Schwarzen und Weißen aufzuheben. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Sie selbst habe als kleines Mädchen in einem solchen Bus gesessen, erklärte sie. Biden wies die Kritik zurück und warf Harris vor, seine Positionen falsch dargestellt zu haben.

Der emotionale Moment bildete den Höhepunkt der zweiten Runde der TV-Debatte, die insgesamt spannungsgeladener war als die erste Runde am Mittwoch. Die Kandidaten gerieten öfters aneinander und auch die Attacken auf Trump waren schärfer als am Vortag.

Bislang haben 25 Bewerber ihren Hut bei den Demokraten in den Ring geworfen - mehr Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur hatte die Partei nie. Umfragen zufolge liegt Biden bislang deutlich vorne.

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