Wolfgang Drexler ist Präsident des Schwäbischen Turnerbundes. Foto: Pressefoto Baumann

Wolfgang Drexler (71), der Präsident des Schwäbischen Turnerbundes, über den Erfolg der deutschen Turnerinnen in Kanada und die Weltmeisterschaft 2019 in Stuttgart.

Stuttgart - Der Präsident des Schwäbischen Turnerbundes (STB), Wolfgang Drexler, spricht im Interview über den Erfolg der deutschen Turnerinnen in Kanada und gibt zudem einen Ausblick auf die Weltmeisterschaft im Turnen, die 2019 in Stuttgart stattfindet.

Herr Drexler, am Wochenende gab es zwei deutsche Medaillen bei der Turn-Weltmeisterschaft in Montreal. Die Ludwigsburgerin Tabea Alt vom MTV Stuttgart holte Bronze. Wie haben Sie ihren Auftritt wahrgenommen?
Tabea Alt hat ja auch schon in der Qualifikation am Schwebebalken sensationell die beste Kür hingelegt. Alle 690 000 Mitglieder des STB freuen sich mit ihr. Wir hoffen, dass unsere Sportart dadurch Auftrieb bekommt. Und das geht leichter, wenn man die Erfolge wie früher bei Fabian Hambüchen mit Sportlerpersönlichkeiten verknüpfen kann.
Was erhoffen Sie sich von den Turnerinnen mit Blick auf die WM 2019 in Stuttgart?
Ich sehe da gute Chancen. Und wenn die Sportlerinnen um Tabea Alt bei der WM im eigenen Land siegreich sind, machen wir auf der Königstraße ein großes Fest.
Welchen Anteil hat der STB am Erfolg von Montréal? Neben Tabea Alt kommt ja auch Elisabeth Seitz, die WM-Fünfte am Stufenbarren, aus Stuttgart.
Das zeigt vor allem, dass unsere Nachwuchsarbeit die Mühe wert ist. Wir fangen ja schon beim Kinderturnen an und pflegen unsere Talente anschließend. Außerdem haben wir mit dem Kunstturnforum in Stuttgart eine hervorragende Infrastruktur für den Nachwuchs.
Nachdem Fabian Hambüchen seine internationale Karriere beendet hat, scheint es bei den Männern momentan keine Medaillenhoffnung zu geben.
Wie sieht diese Offensive aus?
Wir wollen schauen, dass in den Turnhallen im Land auch die richtigen Geräte zur Verfügung stehen. Das ist nach unserem Eindruck nicht immer der Fall. Und wir müssen dafür sorgen, dass das Turnen im Sportunterricht nicht hintenansteht.
Was bedeutet es für Ihren Verband, eine Weltmeisterschaft auszurichten?
Zunächst kostet es viel Geld, das Budget beträgt rund sieben Millionen Euro – aber die Stadt und das Land unterstützen uns. Und Stuttgart bietet mit der Schleyerhalle und dem Turnforum perfekte Voraussetzungen. Zudem planen wir zusätzlich zu den Wettkämpfen ein Programm in der Stadt. Die Menschen sollen mitbekommen, dass eine große Sportveranstaltung stattfindet.
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