Bietigheim war am Wochende Ziel vieler Tuning-Freunde. Foto: Pascal Thiel

Das Ordnungsamt in Bietigheim-Bissingen hat von der Massenveranstaltung am Sonntagabend auf dem Freibadparkplatz erst durch der Polizei erfahren.

Bietigheim-Bissingen - Der Dank klingt aufrichtig und euphorisch – dennoch freut sich der Adressat darüber nicht. „Ein sehr großes Danke“ haben die Veranstalter eines Tuning-Treffens mit rund 3000 Teilnehmern und etwa 1500 Fahrzeugen an die Polizei und das Ordnungsamt Bietigheim-Bissingen per Online-Medienplattform Facebook ausgesprochen. Erst die tolle „Zusammenarbeit und Unterstützung“ der Behörden hätten den friedlichen, geregelten Verlauf ermöglicht.

Allein: das Ordnungsamt Bietigheim-Bissingen hat selbst von der Veranstaltung am Sonntagabend auf dem Parkplatz der Ege-Trans-Arena erst wenige Stunden zuvor durch die Polizei erfahren. „Es gab zuvor keinerlei Kontakt mit den Veranstaltern“, sagt Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadtverwaltung Bietigheim-Bissingen. „Es ging offenbar rund, aber auf friedliche Art. Angemeldet war die Veranstaltung aber nicht“, betont Hochmuth. Von dieser Vorgehensweise sei man im Rathaus durchaus „nicht gerade begeistert“. Ein Verbot sei generell schwierig.

Laut Polizei keine Zwischenfälle

„Wenn Leute ihre Autos auf einem Parkplatz parken und anschließend aussteigen, um andere Autos zu bewundern, ist das grundsätzlich erlaubt“, sagt Hochmuth. Man werde die Tuner natürlich „nicht willkommen heißen und die Veranstaltung auch nicht genehmigen“. Nach Auskunft der Polizei ist das Treffen, abgesehen von einigen Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsbehinderungen, problemlos und ohne Zwischenfälle verlaufen.

Treffen von Menschen, die ihr Auto technisch aufpeppen und die Ergebnisse zeigen wollen, finden rechtlich in einer Grauzone statt. Die Stadt Stuttgart hat solchen Veranstaltungen, die regelmäßig in einem Parkhaus in Cannstattstattfanden, einen Riegel vorgeschoben. Die Szene traf sich im Sommer 2015 auf den Parkplätzen am Cannstatter Wasen. Daraufhin schickte ihr die städtische Veranstaltungsgesellschaft In Stuttgart, die Besitzerin des Platzes, eineRechnung: die Tuner sollten 2380 Euro für die Platzreinigung bezahlen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: