Gökay Sofuoglu beim CSD 2017. Für dieses Jahr träumt der Vorsitzende der TGBW von einem eigenen Wagen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Als die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg 2016 erstmals beim CSD mitlief, setzte sie ein Zeichen für Toleranz. Zuletzt hatte sie sogar einen eigenen Wagen. Für die Parade in diesem Sommer fehlt aber das Geld.

Stuttgart - Die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg (TGBW) sammelt aktuell Spenden. Der Anlass: Die CSD-Polit-Parade im Sommer. Gökay Sofuoglu, der Vorsitzende der TGBW, ruft auf seiner Facebook-Seite dazu auf, die Delegation, die sexuelle Minderheiten mit türkischen Wurzeln sichtbar machen will, finanziell zu unterstützen. Es geht dabei darum, wieder mit einem eigenen Wagen teilnehmen zu können. „Der türkischen Gemeinde tut das sehr gut, das wollen wir auf keinen Fall vernachlässigen“, sagt Sofuoglu.

Der Grund, warum kein Geld da ist: Den Fördertopf, aus dem sich die CSD-Teilnahme der TGBW in den letzten Jahren finanziert hatte – eigentlich ein Projekt zur Demokratieförderung –, gibt es nicht mehr. Es fehlen rund 3000 Euro.

Umzugswagen wichtig für starken Effekt

Seit 2016, als die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg als erster Landesverband unter dem Dachverband der Türkischen Gemeinde in Deutschland bei einer CSD-Veranstaltung mitmarschiert war, habe Gökay Sofuoglu ein großes Engagement in einem Themenfeld festgestellt, das vor wenigen Jahren in der Community noch als tabuisiert galt.

Der Umzugswagen habe den Effekt noch gesteigert. „Wir dürfen jetzt nicht aufhören“, sagt Sofuoglu. Trotz der Fortschritte würden sich viele junge Türken noch schwer damit tun, wenn sie entdeckten, zu sexuellen Minderheiten zu gehören.

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