Lara Lorenz spekuliert beim Wettbewerb „Jugend gründet“ auf eine Reise ins Gründermekka Silicon Valley. Foto: factum/Granville

Das Handy-Ladekabel vergessen, und der Akku ist leer? Die 16 Jahre alte Lara Lorenz weiß Abhilfe für dieses Problem: Mit ihren Kupfersocken kann man beim Gehen Strom fürs Handy erzeugen.

Sachsenheim - Eine Reise ins Gründermekka Silicon Valley bei San Francisco, das wäre ihr Traum. Doch ob die 16 Jahre alte Lara Lorenz aus Vaihingen den Flieger in Richtung USA besteigen darf, wird sich erst Ende Juni entscheiden. Dann nämlich findet in Stuttgart das Finale des Wettbewerbs „Jugend gründet“ statt, und dort hofft die Zehntklässlerin des Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasiums, die Jury mit ihrer Idee zu überzeugen und den ersten Preis, die USA-Reise, abzuräumen.

Kupferfäden und ein Generator

Und tatsächlich hat ihre Idee durchaus Potenzial – mehrere Firmen haben bereits Interesse signalisiert. Lara Lorenz hat unter ihrem eigens entwickelten Firmenlogo „Flutex“ Strümpfe entwickelt, deren Stoff mittels Druck Strom erzeugt und diesen beispielsweise aufs Handy überträgt.

Vorausgesetzt, das Handy ist mit dem „Qi“, dem sogenannten Wireless Charging (deutsch: kabelloses Aufladen), ausgerüstet. Somit könnten künftig leere Handy-Akkus aufgeladen werden, indem man mit den Kupfer-Socken an den Füßen beim Gehen oder Laufen elektrische Energie erzeugt. „In die Sohle sind dünne Kupferfäden und ein Nano-Generator eingearbeitet“, erklärt die Schülerin.

Wie viel Strom dabei entsteht, kann sie zwar nicht genau sagen – das würde wiederum in den Bereich des Wettbewerbs „Jugend forscht“ fallen. Was sie aber sicher weiß, sind die Vorteile, mit denen ihre Socke punkten kann: „Man hat keinen leeren Akku mehr, man spart Stromkosten, und der Stoff ist Schmutz abweisend. Das bedeutet, er muss nicht allzu oft gewaschen werden.“ Zudem habe das Kupfer eine antibakterielle Wirkung, was ebenfalls gut für den Fuß des Sockenträgers sei.

Die Wundersocken würden 39 Euro kosten

Den ersten Schritt in Richtung Finale hat Lara Lorenz bereits im März geschafft, als sie als deutschlandweit Neuntbeste von mehr als 700 Bewerbern zum Zwischenfinale in Ulm zugelassen wurde. Dort überzeugten ihre Idee und ihr Businessplan. „Das Ganze muss machbar sein, darf aber nicht zu teuer werden. Meine Socken würden etwa 39 Euro kosten.“ Zwar gebe es auf dem Markt bereits Kupfersocken, aber eben keine mit diesem speziellen Nano-Generator. Um ihre Idee irgendwann realisieren zu können, habe sie beispielsweise die Ditzinger Firma Trumpf angeschrieben; diese habe zwar Interesse bekundet, brauche aber noch mehr Details von ihr.

Auch ein Patent möchte Lara Lorenz anmelden. „Wir sind mit einem Patentanwalt im Gespräch, und er hat uns dringend dazu geraten“, sagt Laras Mutter. Der Pferdefuß: ein Patent ist ziemlich teuer.

Von ihrer Schule wird die Tüftlerin mit einem Reservoir an einschlägiger Erfahrung unterstützt. „Wir freuen uns, dass es Schüler wie Lara gibt“, sagt der Schulleiter Reinhart Gronbach. Bereits ab der 8. Klasse können die Lichtenstern-Schüler Ökonomie als Hauptfach belegen; da wird die Teilnahme bei „Jugend gründet“ zur Pflicht.

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