Ein Bild fürs Geschichtsbuch: Trump und Kim an der Demarkationslinie. Foto: AP/Susan Walsh

Donald Trump hat sich mit seinem Handschlag bei Kim Jong Un einen Platz im Geschichtsbuch gesichert. Der Begleittext dazu wird nicht positiv, kommentiert Christian Gottschalk.

Stuttgart - Eines muss man Donald Trump zugestehen: Für Überraschungen ist der US-Präsident immer gut. Das sonntägliche Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un am 38. Breitengrad, es ist so etwas wie die politische Überraschung des Jahres. Ganz egal, ob die Idee dem US-Präsidenten tatsächlich ein paar Stunden zuvor spontan durch den Kopf gegangen ist, oder ob doch schon etwas länger daran gefeilt wurde.

Im zweiten Fall wäre nichts durchgesickert, was mindestens eine ebenso große Überraschung wäre. Donald Trump hat also die Schlagzeilen auf seiner Seite. Er ist der erste US-Präsident vor Ort, spricht die erste Gegeneinladung für Kim ins Weiße Haus aus. Das ist etwas für die Geschichtsbücher, und darum geht es dem US-Präsidenten.

Es fehlt an Vorbereitung und Detailkenntnissen

Mehr ist es leider aber auch nicht. Trump setzt auf Show, nicht auf Substanz. Es gäbe in der Tat genügend ernsthaften Gesprächsbedarf mit Nordkorea. Das Atomprogramm von Pjöngjang ist eine Gefahr, nicht nur für die Region. Der Umgang Nordkoreas mit seinen Bürgern ist ein Dauerthema für Menschenrechtler.

Doch solche Gespräche brauchen Planung, Vorbereitung, Detailkenntnisse. Alles nicht gerade die Stärken von Donald Trump. Die Bilder von Trump und Kim werden daher wohl wirklich Einzug in die Geschichtsbücher finden. Der Begleittext dazu wird jedoch keine Lobeshymne sein. Auch das passt irgendwie. Als eifriger Leser ist Donald Trump nicht bekannt.

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