Die Polizei vermutet, dass einige Opfer schon beim Einkaufen ausgespät wurden. (Symbolfoto) Foto: dpa

Vater, Mutter und Sohn gehen wohl immer wieder gemeinsam auf Beutezug. Zumindest hat die Polizei auffällige Parallelen zwischen mehreren Fällen entdeckt, in denen eine Familie Senioren bestiehlt.

Stuttgart - Die Kriminalpolizei sucht eine Familie, die in Stuttgart schon mehrmals Senioren in deren Wohnung bestohlen haben soll. Aktuell schlug das Trio – angeblich Vater, Mutter und Sohn – am Mittwoch gegen 17 Uhr in Vaihingen zu. Sie entwendeten aus der Wohnung eines Ehepaars mehrere Tausend Euro.

Der 89-jährige Ehemann war auf der Straße angesprochen worden. Die Eltern behaupteten, den Mann aus früheren Zeiten zu kennen, meldet die Polizei. Sie fragten, ob der etwa zehnjährige Junge die Toilette benutzen dürfte. Der Senior nahm die drei mit. In der Wohnung suchten die Täter nach Wertsachen und fanden Bargeld. Sie seien ohne zu zögern in alle Räume der Wohnung gegangen und hätten sich dort unverholen umgeschaut.

Kripo sieht Zusammenhang mit früheren Fällen

Die Ermittler vermuten, dass es sich um eine Familie handelt, die in Stuttgart bereits mehrfach zugeschlagen in Variationen gehen die Täter dabei immer gleich vor: Sie sprechen ältere Passanten auf der Straße an und schaffen es durch einen Vorwand, dass sie mit nach Hause genommen werden. Auch das Verhalten in der Wohnung in den anderen Fällen wurde von den Opfern ähnlich beschrieben. Anfang November gelangte eine Familie, die ähnlich beschrieben wurde, in der Stadtmitte in die Wohnung einer 85-Jährigen und entwendete Schmuck. Den Tätern fielen zwei Goldringe in die Hände. Bei einer 82-jährigen Frau in Zuffenhausen stahl eine Familie, die angeboten hatte, die Einkäufe nach Hause zu tragen, ebenfalls Ringe. Die Polizei ging in den beiden Fällen davon aus, dass die Täter die Senioren bereits vor der Tat beim Einkaufen beobachtet hatten. Dem Vaihinger Ehepaar fiel bei den mutmaßlichen Dieben, die mit einem Auto unterwegs waren, ein ausländischer Akzent auf. Auch das ist eine Parallele zu den Fällen vom November. Den Wagen habe der 89-Jährige nicht beschreiben können. Die Polizei befürchtet, dass das diebische Trio schon öfter zugeschlagen haben könnte. „Vielleicht haben manche Opfer es nicht bemerkt und sich deswegen nicht bei uns gemeldet“, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei rät Senioren, die bevorzugt von Trickdieben mit dieser und ähnlichen Maschen angesprochen werden, zur Vorsicht. Man solle bei einer Kontaktaufnahme auf offener Straße zurückhaltend sein und keine Fremden ins Haus lassen.

Der Vater soll 40 bis 50 Jahre alt und 1,75 Meter groß sein und schwarzes Haar haben. Die Mutter sei etwa 1,50 bis 1,60 Meter groß, schlank und habe langes schwarzes Haar. Der Sohn soll acht bis zehn Jahre alt und 1,20 Meter groß sein. Hinweise nimmt die Kripo unter 07 11/89 90-57 78 entgegen.

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