Auch 2020 ist in manchen Reiseländern Vorsicht geboten Foto: 06photo - Adobe Stock

Die neue „Travel Risk Map“ für das kommende Jahr ist erschienen. Herausgeber International SOS bewertet darin die Gefahren, die einzelne Länder bergen. Dabei schneidet ein Teil Europas deutlich schlechter ab als der Rest.

Stuttgart - In manche Länder dieser Welt würden viele Menschen wohl nicht freiwillig reisen. Sei es, weil die politische Lage vor Ort zu unsicher ist, Gewalt und Terror drohen, oder die Angst vor Kriminalität zu groß ist. Geschäftlich kann es aber durchaus nötig werden, sich auch in kritischere Regionen zu begeben. Sicherheitsdienstleister sichern Mitarbeiter im Auftrag von Unternehmen daher durch verschiedenen Maßnahmen ab – Beratungen, Tracking und Evakuierungen beispielsweise.

International SOS, das weltweit größte Unternehmen in diesem Bereich, veröffentlicht jährlich die „Travel Risk Map“, die das Risiko einzelner Reiseländer in fünf Kategorien von „insignifikant“ bis „extrem“ einteilt. Diese Einschätzungen weichen zum Teil von denen des Auswärtigen Amtes ab, die sich an Urlauber richten, die in einem weniger geschützten Rahmen reisen.

Nun ist die Karte für das kommende Jahr erschienen. Demnach sind die Schweiz, Island, Luxemburg, Norwegen, Finnland, Dänemark und Grönland sowie Slowenien besonders sicher für Geschäftsreisende. Der Sicherheitsdienstleister gibt für diese Länder ein insignifikantes Risiko an. Für Deutschland, wie auch für die USA und einen Großteil Europas stellt International SOS ein geringes Risiko fest. Auch Ländern wie Namibia, Marokko und Iran landen auf der zweiten Abstufung der Skala.

Nur ein Land in Europa mit einem „extremen“ Reiserisiko

Doch auch die risikoreichsten Länder führt die Karte auf: In Afrika besonders unsicher sind nach der Karte Mali, Libyen, Nigeria, Kongo, Südsudan, Zentralafrikanische Republik und Somalia. In Asien markiert International SOS Jemen, Afghanistan, Irak, Pakistan und den Gaza-Streifen dunkelrot. Für diese Länder und Regionen stellt das Dienstleistungsunternehmen teilweise oder vollständig ein „extremes“ Risiko fest, die fünfte und damit höchste Abstufung auf der Risikoskala. In Europa erhält diesen Status lediglich die von Separatisten kontrollierte Ostukraine.

Als größtes Risiko für die Mobilität von Unternehmen im nächsten Jahr sehen die Experten geopolitische Verschiebungen, sowie die psychische und physische Gesundheit der Mitarbeiter. Aber auch die Internetkriminalität und den Klimawandel verbunden mit einer steigenden Zahl der Naturkatastrophen führt International SOS als sicherheitsrelevante Herausforderungen für das nächste Jahr an.

David Johnson, Sicherheitschef des Unternehmens rechnet unter anderem deswegen mit einem steigenden Bedarf an Sicherheitsdienstleistungen: „Über 40 Prozent der Arbeitskräfte neigen dazu, auf irgendeine Weise mobil zu sein.“

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