Toyota bietet für den Verso ab März auch einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel. Foto: Hersteller

Der neue Verso ist ganz der alte, doch unter der Haube arbeitet nun ein Dieselmotor von BMW. Möglich macht es eine Kooperation mit den Bayern.

Bereits Anfang 2013 bekam der Toyota Verso das neue Familiengesicht und wurde mit zusätzlichen Komfort-Features aufgepeppt. Was dem 4,46 Meter langen Kompaktvan jedoch fehlte, war ein moderner Diesel. Denn im Gegensatz zur üblichen Quote in diesem Segment in Europa, wo 75 Prozent aller Modelle mit einem Selbstzünder ausgeliefert werden, waren es beim Verso gerade mal ein Drittel aller Verkäufe. Statt einen eigenen Motor zu entwickeln, kauften die Japaner kurzerhand den bewährten 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel von BMW ein. Ab 15. März wird er nun als 112 PS (82 kW) starker 1,6 D-4D das bisherige 2-Liter-Aggregat ersetzen.

Offensichtlich hat es etwas länger gedauert, bis die bayerisch-japanische Motorentransplantation zum Leben erweckt werden konnte. 'Da wir es mit einem existierenden Triebwerk zu tun hatten, waren bestimmte Herausforderungen zu meistern', sagt Toyotas europäischer Entwicklungschef Gerald Killmann. Dazu gehörte die Integration der Elektronik, die Getriebeanpassung sowie eine neue Antriebswelle. Den Ingenieuren ist das alles bravourös gelungen. Dennoch muss am Ende ein relativ kleiner Motor eine große Karosserie, schon unbeladen über 1,5 Tonnen schwer, bewegen. Was sich nicht nur in den Leistungsdaten niederschlägt, wo der 1,6-Liter-Selbstzünder trotz seiner 270 Nm Drehmoment mit 12,7 Sekunden für den Standardsprint seinem identisch großen Benziner-Pendant eine volle Sekunde hinterherhinkt.

Schaltfaules Fahren ist möglich

Auch hinter dem Lenkrad ist die Anstrengung zu spüren und zu hören. Der Antritt ist für einen Dieselmotor relativ verhalten, dafür aber akustisch ungewöhnlich präsent. Drehzahl und Durchzug sind ab 1750 Umdrehungen dafür relativ linear, so dass man schaltfaul fahren kann. Die versprochene Laufruhe kehrt allerdings erst ein, wenn die Fuhre richtig in Schwung gekommen ist. Dazu passt auch die Getriebeabstimmung, die mit lang übersetztem fünften und sechsten Gang und noch längeren Schaltwegen ganz auf Familienautos ge trimmt wurde. So macht der Wagen vor allem auf gleichmäßigen Land- und Autobahnabschnitten eine gute Figur, wo er außerdem mit seinen bemerkenswerten Normverbräuchen glänzen kann.

Bei konstant 120 km/h sollen es nur 3,9 Liter, im kombinierten EU-Zyklus gerade mal 4,5 Liter (119 g/km CO 2 ) sein. Bei Testfahrten standen am Ende knapp 5,6 Liter auf der Uhr - auch kein schlechter Wert. Toyota geht davon aus, dass sich 40 Prozent der Verso-Kunden für den neuen Motor entscheiden werden. Ähnlich viele wie für den 1,8-Liter-Benziner mit 147 PS (108 kW). Weiterhin im Angebot bleiben die beiden 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS (110 kW) und 177 PS (130 kW) sowie der 1,6-Liter-Basisbenziner mit 132 PS (97 kW). Für optisch grundlegende Änderungen war es nach nur einem Jahr zu früh. Deshalb ist der 'neue' vom 'alten' Verso so gut wie nicht zu unterscheiden.

Es gibt eine neue Lackierung (Bronze-Metallic) mit passenden 17-Zoll-Alu-Felgen in einem dunkleren Smoked-Silver-Finish, außerdem innen neue Polster und Ausstattungen sowie eine Reifendruckkontrolle. Ab der mittleren Version 'Verso Life' ist das neue Multimediasystem Toyota Touch 2 inklusive Touchscreen-Bildschirm und Rückfahrkamera serienmäßig an Bord. Das System unterstützt jetzt auch Gestensteuerung und Wischbewegungen, ist schnell und intuitiv sowie einfach mit dem eigenen Smartphone zu koppeln. Leider ist der 6,1-Zoll-Farbmonitor nicht ausreichend entspiegelt, starke Sonneneinstrahlung machen ihn quasi blind.

Dafür wird das System mit einer Tomtom-Navigationseinheit laut Toyota zum 'preiswertesten optionalen In-Car-Navigationssystem auf dem Markt'. Als Touch2 & Go (590 Euro extra) empfängt es Verkehrs- und Stauinfos in Echtzeit und kann online sogar via Google Street View oder Panoramio Fotos und Panorama-Ansichten der Ziele anzeigen. Als Touch2 & Go Plus (990 Euro extra) kommen eine Sprachsteuerung sowie eine Text-to-Speech-Funktion zum Vorlesen von Nachrichten hinzu. Angeboten wird der Verso nach wie vor als Fünf- oder Siebensitzer (plus 650 Euro) sowie in drei Ausstattungsvarianten. Die Preise starten bei 21 200 Euro für den Basisbenziner, der neue Diesel kostet mindestens 23 550 Euro.

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