Jared Goff (links) misst sich beim Super Bowl in Atlanta mit Tom Brady. Foto: AP

Tom Brady will seinen sechsten Super-Bowl-Ring, für Jared Goff ist es das erste NFL-Finale überhaupt. 17 Jahre trennen die beiden Quarterbacks beim großen Football-Showdown. Trotz aller Gegensätze gibt es auch Gemeinsamkeiten – und auch schon mal ein Geschenk.

Atlanta - Tom Brady gab sich unerbittlich. Beim ersten Treffen in Atlanta vor dem Super Bowl mit seinem Herausforderer Jared Goff schaute der Football-Superstar kurz auf den jungen Rivalen und musste dann schmunzeln. „Ich geb’ ihm doch keinen Tipp! Bist du verrückt“, antwortete der fünfmalige NFL-Champion im Scheinwerferlicht beim gemeinsamen Interview auf die Frage, welchen Ratschlag er Goff für dessen ersten großen Final-Auftritt geben würde. Aus gutem Grund: „Ich weiß, was er für ein großartiger Spieler er ist“, lobte Brady.

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Der Showdown um den NFL-Titel zwischen den New England Patriots und den Los Angeles Rams am Montag (0.30 Uhr/ProSieben/DAZN) steht ganz im Zeichen des Duells der Generationen auf der Spielmacherposition. Hier der 41 Jahre alte Brady, erfolgreichster Quarterback der Super-Bowl-Ära, Halter unzähliger Rekorden, früherer Golfkumpel von Donald Trump, Ehemann von Supermodel Gisele Bündchen. Dort der 17 Jahre jüngere Goff, Profi im dritten Jahr, mit der Erfahrung von gerade einmal drei Playoffspielen.

Brady erkennt sich in Goff wieder

Und doch erkennt sich Brady ein wenig in Goff wieder, auch weil sich mit dem Aufeinandertreffen der beiden gebürtigen Nord-Kalifornier ein Kreis für ihn schließt. Ebenfalls im Alter von 24 Jahren stand Brady 2002 selbst in seinem ersten Super Bowl und begründete seine Ära mit einem Erfolg in letzter Minute - ausgerechnet über die Rams, die damals noch in St. Louis beheimatet waren. „Ich habe sehr lange zu ihm aufgeschaut“, sagte Goff nun voller Respekt. „Man kann nicht in Worte fassen, wie bemerkenswert das ist und warum er als bester aller Zeiten in die Geschichte eingehen wird.“

Dieser Status wäre Brady wohl auch nicht mehr zur nehmen gewesen, wenn er sich nach der Final-Niederlage im Vorjahr gegen die Philadelphia Eagles zur Ruhe gesetzt hätte. Doch selbst der Super Bowl in der früheren Olympiastadt Atlanta soll nicht sein letzter sein, bis 45 will er weiter machen.

Diese Besessenheit sieht sein früherer Mitspieler Sebastian Vollmer als wichtigen Faktor für den außergewöhnlichen Erfolg. „Er schottet sich absolut ab“, berichtet der zweimalige Super-Bowl-Sieger im Interview der Deutschen Presse-Agentur über die Vorbereitung Bradys auf einen Super Bowl. „Es ist wie beim verrückten Professor oder im Film „A Beautiful Mind“. Es hängen überall Zettel an den Wänden mit Notizen, es laufen pausenlos die Videos von den Rams.“

Beinahe schon kindliche Vorfreude

Während für Brady der Super Bowl mit der Rekordmarke von neun Teilnahmen inzwischen lieb gewonnene Routine geworden ist, ist Goff die fast schon kindliche Vorfreude deutlich anzusehen. Mit geröteten Wangen sprach er über seine „surrealen“ Eindrücke in Atlanta.

Anders als Brady vor knapp 20 Jahren war Goff zum Start seiner Profikarriere als Nummer eins der Talenteziehung Draft mit riesigen Erwartungen in die Liga gekommen. Nach einer sehr mäßigen Rookie-Saison konnte er seine Qualitäten unter dem variablen Offensivsystem von Coach Sean McVay richtig ausspielen.

Doch obwohl Goff in dieser Saison die viertmeisten Yards der NFL erworfen hat, bleiben die Rollen vor dem Showdown klar verteilt. Das zeigt auch eine Anekdote, die Goff in der Vergangenheit erzählte. „Vor einem Jahr hat Tom mir sein Buch geschickt, signiert und mit den Worten: „Viel Glück bei allem““, berichtete er über ein Geschenk Bradys. „Wie cool ist das?“ Nun aber will der Lehrling seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben.

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