Guido Maria Kretschmer kämpft für Tierschutz. Foto: dpa/Monika Skolimowska

Modedesigner und TV-Star Guido Maria Kretschmer hat bei einer Demonstration das Ende von Tierversuchen gefordert. Die Demonstrierenden forderten die Schließung eines Labors, das wegen heimlich aufgenommener Videos unter Druck geraten war.

Hamburg - In der vergangenen Woche schlugen die aktuellen Recherchen von Tierschützern in der Nähe von Hamburg hohe Wellen. Ein Aktivist des Vereins „SOKO Tierschutz“ hatte sich als Mitarbeiter in das Unternehmen LPT eingeschleust und die schwere Misshandlung von Versuchstieren in einem Labor öffentlich gemacht. Auf Grundlage der heimlich gefilmten Videos, die unter anderem ausgemergelte Affen in Käfigen und blutende Hunde zeigen, hat die Staatsanwaltschaft Stade Ermittlungen gegen die Firma aufgenommen.

Kretschmer: „Mir kamen die Tränen“

Am Samstag demonstrierten in Hamburg rund 7.500 Menschen gegen Tierquälerei und forderten die Schließung des betroffenen Labors in Mienenbüttel. Unter den Demonstrierenden war auch Modedesigner Guido Maria Kretschmer, bekannt aus der Fernsehshow „Shopping Queen“. Kretschmer setzte sich bereits in der Vergangenheit für Tierschutz ein und besitzt selbst mehrere Hunde. „Mir kamen die Tränen als ich das gesehen habe“, sagte er dem Privatsender RTL, als er während der Demonstration auf die Videos angesprochen wurde. „Tierversuche gehören einfach gestoppt“, forderte der Designer weiter.

Auf seinem Instagram-Profil postete der 54-Jährige am Samstag ein Bild mit seinen Hunden, rief zur Teilnahme an der Demo auf und verlinkte eine Petition. Darin wir die Schließung des LPT-Labors gefordert. Mehr als 400.000 Menschen (Stand Montag, 11.30 Uhr) unterschrieben die Petition auf der Plattform change.org bereits.

Von Seiten der Europäischen Union wird immer wieder bemängelt, dass Deutschland sich in Sachen Tierversuchen nicht an beschlossene Vorgaben hält. Im Oktober 2018 leitete die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren ein, da die Bundesrepublik gemeinschaftlich beschlossene Regeln aus dem Jahr 2012 nicht umsetzt. Sollten die Änderungen nicht bald in nationales Recht eingeführt werden, droht gar eine Klage am Europäischen Gerichtshof.

Baden-Württemberg ist Spitzenreiter bei Tierversuchen

2017 wurden deutschlandweit insgesamt 2,8 Millionen Tiere bei Versuchen eingesetzt, wie die Regierung auf Anfrage des Deutschen Tierschutzbunds im Februar mitteilte. Bei den Versuchstierzahlen führt Baden-Württemberg den Ländervergleich knapp an: 466.595 Tiere wurden 2017 zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Am Max-Planck-Institut in Tübingen kam es 2014 ebenfalls zu Protesten, als Tierschützer heimlich aufgenommene Bilder von blutverschmierten Affen publik machten. Die Experimente mit Primaten wurden daraufhin eingestellt, Mitarbeiter vor Gericht angeklagt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: