Fast einen Monat lang war Kater Snoopy verschwunden. Foto: privat

Eine Geschichte wie im Märchen ereignete sich in der Nacht zum Sonntag in Reutlingen. Fast einen Monat fehlte von Kater Snoopy jede Spur. Ein verrückter Zufall brachte dem Ausreißer und seiner Familie dann aber doch noch ein Happy End.

Reutlingen - Die Geschichte, die Tierpflegerin Nina Herzog vom Tierheim Reutlingen in der Nacht auf Montag passierte, klingt wie ein Märchen. Ein verschwundener Kater tauchte nach Wochen wieder auf und konnte durch einen glücklichen Zufall direkt zurück nach Hause gebracht werden.

Herzog hatte am Sonntagabend Notdienst, musste also jederzeit erreichbar für tierische Notfälle aller Art sein. Bis zu sechs Anrufe bekommt Herzog erfahrungsgemäß pro Notdienst, manchmal bleibt es aber auch den ganzen Abend lang ruhig. Tatsächlich erreichte sie am Sonntag aber schon bald ein Hilferuf: Ein Kater wurde im Keller gefunden, der Finder war sich aber nicht sicher, ob das Tier noch lebte.

Katzen verirren sich oft in Keller

Dass sich Katzen in Kellern verirren, ist keine Seltenheit. „Das war ein Freiläufer-Kater, er war wohl einfach neugierig und ist dann dort reingestapft“, sagt Herzog. Heraus fand das Tier allerdings nicht mehr. Völlig verängstigt saß es in dem Keller in einer Ecke. „Oft ist es so, dass Katzen gelernt haben, sich beim Freilaufen von keinen fremden Menschen anfassen zu lassen“, erklärt die Tierpflegerin, „vielleicht hat er dann die unbekannte Männerstimme gehört und sich einfach im Keller versteckt“. Der Finder des Katers hatte zuvor nämlich keinen Mucks gehört und das Tier nur durch Zufall entdeckt.

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Mit einem beherzten Griff konnte Herzog den Pechvogel packen, in eine Katzenbox setzen und im Auto verladen. Das Kätzchen war ganz abgemagert, mit ins Tierheim musste es also auf jeden Fall. Am Folgetag würde versucht werden, seine Besitzer ausfindig zu machen. Doch so weit kam es nicht.

Zuhause war der Kater wie ausgewechselt

Gerade als Herzog an ihrem Auto war, hielt ein roter Kastenwagen an, darin zwei Frauen. Anscheinend hatten sie die Katzenbox und das Tierheim-Shirt erkannt und blitzschnell die richtigen Schlüsse gezogen. Sie fragten, ob die Katze blaue Augen hätte. Wenn ja, könnten sie die Tierpflegerin direkt zu den Besitzern bringen. „Das war Wahnsinn, hätte ich ein ein paar Sekunden mehr oder weniger mit dem Finder geredet, hätte ich das rote Auto verpasst“, erinnert sich Herzog.

Wie es der Zufall will, entpuppte sich eine der Frauen als eine Kindergartenfreundin der Besitzerin des Katers, der auf den Namen Snoopy hört. Nur vier Häuser weiter wohnt sie mit ihrer Familie. „Dort angekommen war der Kater wie ausgewechselt“, sagt die Retterin. Er miaute, streifte seinen Besitzern um die Beine und hatte vor allem eines: Hunger.

Große Suchaktion nach Snoopys Verschwinden

Seit fast einem Monat war der Kater schon verschwunden. „Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben“, sagt Snoopys Frauchen am Tag nach der Rettung. Um ihr Haustier wiederzufinden, hat die Familie jeden Stein umgedreht, Plakate aufgehängt, Tierheime und Tierärzte kontaktiert, online eine Vermisstenanzeige aufgegeben und die Nachbarn abgeklappert. Ausgerechnet an dem Haus, in dem Snoopy schlussendlich unfreiwillig eingesperrt war, hatten sie allerdings nicht nachgefragt.

Wie der Kater so lange ohne Fressen und Trinken auskommen konnte, können sich weder die Tierpflegerin noch die Besitzer erklären. Vielleicht habe er doch irgendwo eine Pfütze oder ähnliches gefunden, sagt Herzog. Einen Tag nach seiner Rettungsaktion ist der Kater in jedem Fall schon wieder putzmunter, wie die Besitzerin erzählt: „Er frisst und trinkt und wollte auch sofort wieder raus.“ Nach fast einem Monat in einem dunklem Keller ist das aber auch wirklich verständlich.

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