Gerade beim Welpenhandel ist Vorsicht geboten. (Symbolbild) Foto: Tierheim Stuttgart

Schon länger ist bekannt, dass Internetseiten wie Ebay Kleinanzeigen für fragwürdige Tierverkäufe genutzt werden. Die Plattform hat Maßnahmen ergriffen, dem Tierschutzbund gehen sie jedoch nicht weit genug.

Bonn - Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Internetplattform Ebay Kleinanzeigen, die Option zum Verkauf von Tieren abzuschaffen. Die Plattform ermögliche unseriöse Verkäufe und nicht sachkundige Spontankäufe, die das Tierwohl gefährdeten, kritisierte der Tierschutzbund am Mittwoch in Bonn. Wer sich ein Tier zulegen wolle, solle sich lieber an Tierheime und Tierschutzvereine vor Ort wenden. Ebay Kleinanzeigen wies die Kritik zurück und verwies auf bereits eingerichtete Beschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen beim Verkauf von Tieren.

„Tiere sollten nicht möglichst einfach ver- und gekauft werden können“, kritisierte Verbandspräsident Thomas Schröder. Er forderte ein gesetzliches Verbot des Tierhandels im Internet. Anders als im Tierheim fehle bei Ebay Kleinanzeigen eine Beratung zu den Bedürfnissen des Tieres, erklärte der Verband.

Spontankäufe sind keine Seltenheit

Zudem würden Hunde, Katzen und Co. oft so billig angeboten, dass die Hemmschwelle zum unüberlegten Spontankauf gering sei. Auf Ebay könnten Käufer zudem die Identität der Händler und Tiere kaum überprüfen. Nicht selten komme es zu bösen Überraschungen, etwa wenn der neue Welpe plötzlich krank sei, weil er aus illegaler Zucht im Ausland stamme.

Der Tierschutzbund erklärte, er habe sich mit der Kritik bereits mehrfach an Ebay Kleinanzeigen gewandt. Das Unternehmen bleibe aber untätig.

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Ebay Kleinanzeigen wies diese Kritik als „absurd“ zurück. Der Tierschutzbund habe sich zuletzt vor zwei Jahren direkt an das Unternehmen gewandt, sagte Sprecher Pierre Du Bois. Seitdem habe Ebay die Zahl der angebotenen Hunde um 54 Prozent verringert. So sei etwa die Zahl der Tiere pro Verkäufer begrenzt worden, zudem dürften Tiere aus dem Ausland nur noch mit behördlicher Genehmigung angeboten werden. Man habe auch die Zusammenarbeit mit Behörden intensiviert.

„Ebay Kleinanzeigen ist kein Online-Shopping, sondern die Anbahnung von Kontakten in der realen Welt“, betonte Du Bois. Das sei bei Anzeigen in der Zeitung oder am Schwarzen Brett nicht anders. Der konkrete Kontakt vor Ort liege in der Verantwortung der Käufer und Verkäufer. Jeder Nutzer, der auf eine Tier-Verkaufsanzeige klicke, bekomme aber automatisch einen Hinweis eingeblendet, worauf beim Tierkauf zu achten sei, erklärte der Unternehmenssprecher.

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