Noch heben die Maschinen von Condor ab. Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul

Der Bund der Steuerzahler befürchtet, dass der Staat voreilig einspringt, um Urlaubern zu helfen.

Stuttgart Der Steuerzahlerbund lehnt staatliche Hilfen für den angeschlagenen Ferienflieger Condor ab. „Wir müssen aufpassen, dass der Steuerzahler hier nicht zu einer Art letzter Instanz der Versicherung wird“, sagte Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Dienstagausgabe). „Der Staat ist nur aufgerufen zu helfen, wenn wirklich Gefahr im Verzug ist oder Menschen in Not sind. Das sehe ich hier nicht.“ Holznagel betonte, dass er es für „viel zu früh“ halte, jetzt über Liquiditätshilfen zu sprechen: „Die britische Regierung hat sich bisher gegen eine staatliche Finanzspritze ausgesprochen, dann sollten wir das auch so handhaben.“ -

Im Fall der Air-Berlin-Pleite, bei dem es eine staatliche Unterstützung gab, sei es um viele Bürger gegangen, die Linienflüge gebucht und keine Versicherung hatten, betonte der Verbandspräsident. „Bei Thomas Cook geht es um einen Ferienflieger mit Pauschalangeboten. Da ist ein sogenannter Versicherungsschein beim Abschluss der Buchung notwendig“, sagte Holznagel. Jetzt müsse erst einmal geprüft werden, wieweit diese Versicherungen eintreten. „Zudem muss geschaut werden, ob die Muttergesellschaft von Condor, also Thomas Cook, bereits Geld abgezogen hat.“

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