Theresa May kämpft – gegen die Brexit-Gegner, gegen Brüssel und gegen die eigene Partei. Foto: dpa

Auch nach ihrem sogenannten Vertrauensbeweis durch die eigene Fraktion ist Theresa May eine Getriebene. Politisch ist sie am Ende, kommentiert Peter Nonnenmacher.

London - Sollte Theresa May sich vom „Vertrauensbeweis“ ihrer Fraktion am Mittwoch neue Rückendeckung erhofft haben, musste sie diese Hoffnung schnell begraben. Denn ihr Deal mit der EU stößt auf unvermindert scharfe Ablehnung. Die Brexiteers haben nicht die Absicht, sich nun brav hinter ihr einzureihen und sie zu unterstützen. Mit denselben Parolen – sie müsse eine Totalrevision des Brexit-Vertrags erreichen, die EU werde schon einlenken – treiben sie May weiter an. Dabei weiß auch in London jeder, dass diese Mission unmöglich ist.

Noch immer scheint man sich in Downing Street an die Hoffnung zu klammern, im Januar lasse sich der Druck auf alle Seiten verstärken. Aber danach sieht es nicht aus.   May ist in der Sackgasse. Genauso gut könnte sie das Unterhaus schon vor Weihnachten befragen. Dann wäre zumindest für die Suche nach einem Ausweg mehr Zeit.   Aber weder May noch Oppositionsführer Jeremy Corbyn wollen eine Kursänderung. May hat sich auf einen relativ harten Brexit festgelegt, Corbyn hat nur den Sturz der Regierung im Sinn. Ein neues Referendum will keiner von beiden. Ob sich eine Mehrheit besonnener Volksvertreter am Ende noch durchsetzt, ist offen. Wenn nicht, siegen die Brexit-Hardliner doch noch: mit einem Erlöschen der britischen EU-Mitgliedschaft ohne Deal.

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