Fehlt dem Weltranglistensiebten Alexander Zverev das nötige Verantwortungsgefühl? Foto: AFP/William West

Statt in selbst verordneter Quarantäne zu sein, feiert Tennis-Star Alexander Zverev ganz offensichtlich die nächste Party – und wird dafür nicht nur von einem Kollegen harsch kritisiert.

Stuttgart - Viele Sportarten, deren Großereignisse der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen sind, überlegen sich schon länger fieberhaft, was sie tun könnten, um im Gespräch zu bleiben – und auch ohne Wettbewerbe auf sich aufmerksam zu machen. Einigen der besten Tennisprofis der Welt gelingt das mühelos. Allerdings mit einem verheerenden Echo.

Zuletzt ist Alexander Zverev (23) die Reue in Person gewesen, was mit seiner Teilnahme an der Adria-Tour zu tun hatte. Bei der Turnierserie waren sämtliche Hygiene- und Sicherheitsvorschriften über Bord geflogen. Unter anderem feierten mehrere Topstars, darunter der Veranstalter und Weltranglistenerste Novak Djokovic, eine wilde Party in einem Belgrader Nachtclub – vier von ihnen wurden eine Woche später positiv auf das Coronavirus getestet. Zverev war nicht infiziert, erklärte aber: „Ich möchte mich zutiefst bei allen entschuldigen, die ich einem Risiko ausgesetzt habe.“ Zudem kündigte er an, sich gemäß der Vorgaben seiner Ärzte in Selbstisolation zu begeben. In der häuslichen Quarantäne hat er es allerdings ganz offensichtlich nicht lange ausgehalten.

Videos auf Instagram

Nur sechs Tage später tauchte bereits das nächste Party-Video mit Zverev auf. Es zeigt ihn in einem Club am Meer, umgeben von drei leicht bekleideten Schönheiten, im Hintergrund wummern die Bässe. Corona-Regeln? Scheinen keine Rolle zu spielen. Die Aufnahmen, die auf Instagram kursierten und später größtenteils wieder gelöscht wurden, stammen offenbar von Modedesigner Philipp Plein. Die Party soll an der Südküste Frankreichs in der Nähe von Zverevs Wohnort Monte Carlo stattgefunden haben. Der Weltranglistensiebte und sein Management wollten sich am Montag nicht zu den Bildern äußern, es bestehen aber wenig Zweifel daran, dass es sich um ein aktuelles Video handelt. Entsprechend verständnislos fielen die Reaktionen aus. „Diese Bilder kratzen ordentlich an seiner Glaubwürdigkeit“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner, „ich sehe kein Gefühl für Verantwortung oder seine Vorbildfunktion.“

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Auch Edwin Weindorfer war verärgert. Der Veranstalter des Turniers auf dem Stuttgarter Weissenhof, der Mitte Juli in Berlin ein Mehrtages-Event ausrichtet, an dem auch Zverev teilnimmt, erklärte: „Ich bin alles andere als erfreut über dieses wieder einmal unverantwortliche Verhalten. Zverev gehört offenbar zu den Spielern, die nicht wissen, wie man mit der aktuellen Krise korrekt umgeht.“ Weindorfer kündigte an, ein ernstes Gespräch mit dem Management des Hamburgers zu führen. „Wer bei uns in Berlin spielen will, der muss sich strikt an die klaren Vorgaben halten“, sagte er, „bei uns wird es keine Partys und keine Spieler geben, die irgendwo irgendetwas feiern.“

Kyrgios wirft Zverev Egoismus vor

Auch aus dem Kreis der Kollegen gab es harsche Kritik an Zverev – von Nick Kyrgios. Die beiden Profis sind sich ohnehin in herzlicher Abneigung verbunden, nun schimpfte der Australier: „Mann, wie egoistisch kannst du sein?“ Wenn Zverev schon die Dreistigkeit besitze, sein Management eine Botschaft schreiben zu lassen, in der er eine Selbstisolation ankündige, solle er doch bitteschön auch 14 Tage zu Hause bleiben, sagte Kyrgios: „Das kotzt mich nur noch an.“

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