Künftig auch beim Mercedes-Cup in Stuttgart dabei: Der Schweizer Tennis-Superstar Roger Federer Foto: Getty

Den Macher des Mercedes-Cups ist ein Coup gelungen. Bei den nächsten beiden Auflagen des ATP-Tennisturniers in Stuttgart wird Roger Federer aufschlagen. An die Verpflichtung des Schweizer knüpft Turnierdirektor Edwin Weindorfer auch große Hoffnungen.

Stuttgart/London - Das dunkle Sakko noch schnell zu knöpfen und dann mit einem breiten Lachen in die Fotokameras schauen. Edwin Weindorfer machte das souverän und abgeklärt. Wie so oft in seiner Funktion als Direktor des Stuttgarter ATP-Tennisturniers. Doch so ganz konnte der Österreicher beim Händeschütteln mit Roger Federer in London dieses Mal nicht kaschieren, wie stolz er ist. Und das, obwohl das Treffen mit dem Schweizer Superstar im Rahmen des ATP-Finales in Englands Hauptstadt nur kurz und sehr geschäftig war. Edwin Weindorfer war’s egal. Wichtig war nur, dass die Leinwände mit dem Logo des 38. Mercedes-Cups genau hinter ihm und der Tennis-Ikone aus Basel positioniert waren. Solch ein Coup muss eben richtig in Szene gesetzt werden. Das ist in dem Fall auch Chefsache.

Turnierdirektor Weindorfer ist stolz auf die Verpflichtung des Schweizers

Denn Edwin Weindorfer und seine veranstaltende Agentur Emotion haben es geschafft, den 34-jährigen Federer für das mit 675 645 Euro dotierte Traditionsturnier auf dem Killesberg (4. bis 12. Juni 2016) zu verpflichten. Und nicht nur das. Auch bei der 39. Ausgabe im Jahr 2017 wird der 17-fache Grand-Slam-Sieger in Stuttgart aufschlagen. „Mit der Verpflichtung von Roger Federer stoßen wir in neue Dimensionen vor“, tönte Weindorfer, „er prägt wie kein anderer das internationale Tennis-Geschehen. Er verfügt über höchste Sympathiewerte und übt mit seiner genialen Art, Tennis zu spielen, eine riesige Anziehungskraft aus.“ Eine, die Weindorfer nutzen will, um sein ATP-Rasenevent auf ein neues Level zu heben.

Allerdings: Vorjahressieger Rafael Nadal wird bei der Ausgabe zum 100-jährigen Bestehen des Weissenhof-Turniers seinen Titel nicht verteidigen. Die Macher um Weindorfer bekommen den Auftritt eines zweiten Superstars finanziell nicht gestemmt. Allein Nadal soll die Veranstalter in diesem Jahr mehr als 500 000 Euro gekostet haben. Und Federer, derzeit Zweiter der Weltrangliste, wird wohl kaum weniger Antrittsgage kassieren als der Mallorquiner.

Die Premiere auf Rasen in Stuttgart hat Federer beeindruckt

Dennoch: Die Partien des Spaniers in Stuttgart haben Federer beeindruckt. Und ihn wohl neben dem finanziellen Aspekt, zu dem sich ausgeschwiegen wird, zum Mercedes-Cup gelockt. „Ich habe die Matches im TV gesehen und mich gefreut, dass Rafael Nadal das Turnier gewonnen hat“, verriet Federer: „Die Plätze sahen bei der Premiere auf Rasen auch noch gegen Ende der Woche super aus. Daher ist die Freude schon jetzt groß, bald auf ihnen spielen zu dürfen.“

Der siebenmalige Wimbledon-Champion wird im Hauptfeld an Nummer eins gesetzt sein. Bislang war „King Roger“, wie ihn seine Fans nennen, beim ATP-Turnier im westfälischen Halle stets Stammgast. Daher galt es als nahezu ausgeschlossen, dass er noch bei einem weiteren Rasenturnier in Deutschland zum Schläger greift. Schon gar nicht 2016, wenn der Sommer zwischen den Grand Slams in Paris und Wimbledon sowie den Olympischen Spielen in Rio eng durchgetaktet ist. Das gehe schon, meint aber Federer. „Ich muss schauen, dass ich dann sofort nach Wimbledon zur Ruhe komme. Da habe ich ja zwei Wochen Pause.“

Apropos Pause: Federer, der an diesem Samstag im Halbfinale auf Stan Wawrinka trifft, wird nach dem Abschlussturnier in London erst mal Urlaub machen. Bereits kurz vor Weihnachten geht es dann nach Dubai. Dort wird sich der Rechtshänder, der in seiner Karriere 87,5 Millionen Euro Preisgeld eingespielt hat, im Kreise seiner vier Kinder und von Ehefrau Mirka auf die neue Saison vorbereiten. Mit all dem Ehrgeiz, der ihn in seiner langen Karriere (88 ATP-Turniersiege) ausgezeichnet hat und mit dem er auch seine Auftritte beim Turnier in Stuttgart angehen will. Federer hat jedenfalls wie Nadal auf dem Killesberg nur eines vor: Mit dem Siegerauto vom Centre-Court zu düsen. Einer hätte sicher nichts dagegen einzuwenden: Turnierdirektor Weindorfer.

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