Die Grünen könnten sich eine Temporeduzierung unter anderem an der Heerstraße vorstellen. Foto: Sandra Hintermayr

Die Grünen haben einen Antrag zum Lärmschutz an bewohnten Hauptverkehrsstraßen aufgesetzt. Dort soll die Geschwindigkeit reduziert werden. Betroffen wären mehrere Straßen in ganz Stuttgart-Vaihingen.

Vaihingen - Die Vaihinger Bezirksbeiratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert eine Geschwindigkeitsreduzierung an bewohnten Hauptverkehrsstraßen, „an denen die Lärmpegel 65 beziehungsweise 60 Dezibel nachts überschreiten“. So steht es in einem Antrag, den die Grünen in der Septembersitzung des Gremiums eingebracht haben. Zum „Schutz der Wohnbevölkerung vor Verkehrslärm“ solle in den Nachtstunden ein Tempo unter 50 Stundenkilometern angeordnet werden, heißt es in dem Schreiben. Die Einhaltung der geänderten Geschwindigkeitsreduzierung solle „in regelmäßigen Abständen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten vom Vollzugsdienst kontrolliert“ werden.

Betroffen wären Straßen im ganzen Stadtbezirk

Betroffen wären Hauptverbindungswege im ganzen Stadtbezirk. Die Fraktion schlägt vor, den Verkehr an der Hauptstraße beziehungsweise Möhringer Landstraße im Bereich zwischen der Heerstraße und dem Wallgraben einzubremsen, zudem an der Robert-Koch-Straße/Schönbuchstraße bis zur Schmellbachstraße in Rohr, an der Robert-Leicht-Straße bis zur Heerstraße und an der Heerstraße zwischen der Katzenbachstraße und der Hauptstraße. Die Grünen fordern die Stadt auf, die finanziellen Mittel für die Umsetzung der Geschwindigkeitsreduzierung im nächsten Doppelhaushalt 2018/19 einzustellen. Zudem müssten die Ampeln an den genannten Straßen an das geänderte Tempo angepasst werden, sodass der Verkehr nicht unnötig ausgebremst wird, sondern auf einer „Grünen Welle“ schnell abfließen kann. „Laut Straßenverkehrsordnung kann die Straßenverkehrsbehörde zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Abgasen aus dem Kfz-Verkehr niedrigere Geschwindigkeiten, als die derzeit zulässigen 50 Stundenkilometer anordnen“, begründen die Grünen ihren Antrag. Eine Geschwindigkeit unter 50 führe zu einer „Verstetigung des Verkehrsflusses“ und reduziere den Geräuschpegel, „da lärmintensive Brems- und Anfahr- oder Beschleunigungsvorgänge entfallen“.

Kein Ausweichverkehr auf benachbarten Straßen

Das bisher geltende Tempolimit von 40 Stundenkilometern an Steigungsstrecken sei für die genannten Straßenzüge in Vaihingen nicht geeignet, um den Verkehrslärm zu verringern. Aus diesem Grund müsse eine Neuregelung her. Im Lärmaktionsplan der Stadt heiße es: „Niedrigere zulässige Höchstgeschwindigkeiten waren die mit Abstand am häufigsten genannte Lärmminderungsmaßnahme bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Lärmaktionsplan 2009.“ Zudem habe sich gezeigt, dass sich durch die Temporeduzierung an Steigungsstrecken kein Verkehr auf benachbarte Straßen verlagert habe.

Kurze Diskussion entbrannte unter den Bezirksbeiräten über das Tempo von 40 Stundenkilometern. Ulrich Bayer (CDU) sagte, dass Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern nicht zwangsläufig leiser fahren, sondern teilweise sogar lauter, weil die Fahrer in einen niedrigeren Gang wechseln müssten und dann hochtouriger fahren. Er wollte den Absatz über Tempo 40 aus dem Schreiben streichen lassen. Die anderen Bezirksbeiräte widersprachen, letztlich wurde der Antrag wie ausgearbeitet abgestimmt. Bei einer Enthaltung und fünf Gegenstimmen votierten zehn Bezirksbeiräte für den Antrag der Grünen.

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