Tegut führt seit Beginn der 1980er Jahre Bio im Sortiment. Foto: Tegut

Im Stuttgarter Heusteigviertel eröffnet voraussichtlich kommenden Sommer eine Tegut-Filiale. Der Vollsortimenter hat zwar keine Fleischtheke, aber viel Bioware.

S-Süd - Seit geraumer Zeit schon ist der Discounter Lidl an der Heusteigstraße 41 geschlossen und hat eine hässliche Lücke hinterlassen. Zudem gibt es direkt im Quartier ohnehin wenig Einkaufmöglichkeiten. Doch die Nachbarschaft kann aufatmen: Im zweiten Quartal 2018 will das Handelsunternehmen Tegut hier eine Filiale eröffnen – ein klassischer Vollsortimenter mit Bio-Schwerpunkt.

Auf einer Verkaufsfläche von 620 Quadratmetern werden Lebensmittel und Waren des täglichen Gebrauchs angeboten. Da die Ladenfläche aber insgesamt eher klein ist, müsse die Filiale auf eine Frischetheke mit Bedienung verzichten, teilt Stella Kircher mit, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Fleisch und Wurst wird es nur abgepackt geben.

Ein Bio-Pionier

Der neue Supermarkt stellt seiner Kundschaft 14 Parkplätze zur Verfügung, die nächste Bushaltestelle ist keine 200 Meter entfernt, die Stadtbahnhaltestelle Österreichischer Platz etwa fünf Gehminuten. Die meisten Kunden dürften jedoch aus der näheren Umgebung zum Einkaufen kommen. Wie viele Mitarbeiter Tegut anstellen wird, konnte Pressesprecherin Kircher noch nicht sagen, das stehe „erst kurz und auch oft final nach der Eröffnung fest“. Der Tegut in der Heusteigstraße wird die vierte Filiale in Stuttgart sein.

Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte das Handelsunternehmen mit Sitz in Fulda in den Königsbau Passagen einen Supermarkt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet, weitere Filialen befinden sich im Milaneo und an der Degerlocher Epple­straße.

Unter dem Motto „Lädchen für alles“ hat Tegut 2010 die Idee des Tante-Emma-Ladens wieder aufgegriffen und kleinere Geschäftslokale mit breitem Sortiment auf dem Land und in Stadtteilen eingerichtet. Bundesweit gibt es gut 270 Tegut-Märkte: 121 Supermärkte, 120 inhabergeführte Nahversorger sowie 31 kleine Lädchen. In Hessen, Thüringen und im Westen Frankens ist Tegut weitgehend flächendeckend vertreten. Dazu kommen Filialen in Mainz und im Raum Göttingen. In Stuttgart wurde 2014 der erste Markt außerhalb des bisherigen Verbreitungsraums eröffnet. Im Unternehmen sind rund 5780 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz wird mit 996  Millionen Euro beziffert. Gut ein Viertel seines Umsatzes erwirtschafte Tegut mit Bio-Produkten, so Stella Kircher.

Dahinter steckt Migros

Gegründet hat das Handelsunternehmen Theo Gutberlet unter dem Namen Thegu im Jahr 1947. Es hatte zwei Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 12 700 Euro. 1955 folgte die Umbenennung in Tegut. Seit Anfang der 1980er Jahre engagiert sich das Unternehmen für den Anbau und die Vermarktung von Bio-Lebensmitteln. Dazu tragen die eigene Wurst- und Fleischverarbeitung sowie die als Tochterunternehmen gegründete Bio-Bäckerei Herzberger Bäckerei GmbH. In dieselbe Zeit fällt auch eine rasche Ausweitung des Filialnetzes.

Seit Januar 2013 sind das Handelsgeschäft und die Logistik Teil der Genossenschaft Migros Zürich.

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