Harald Kröger, Bosch-Geschäftsführer, ist verantwortlich für den neuen Geschäftsbereich „Cross-Domain Computing Solutions“. (Archivbild) Foto: dpa

Der Stuttgarter Autozulieferer investiert kräftig in die Entwicklung von softwareintensiven Elektroniksystemen, wie sie etwa in Fahrzeugen eingesetzt werden. Deshalb schafft die Firma einen neuen Geschäftsbereich.

Stuttgart - Vom Multimedia-System über die Motorsteuerung bis hin zum automatisierten Fahren: Der weltgrößte Zulieferer Bosch führt sämtliche Bereiche, die mit Fahrzeugelektronik und -software zu tun haben, unter einem Dach zusammen. Zu dem neuen Geschäftsbereich mit dem Namen „Cross-Domain Computing Solutions“ gehören ab Anfang des kommenden Jahres rund 17 000 Mitarbeiter in mehr als 20 Ländern weltweit, wie Bosch am Dienstag mitteilte.

Alles einzeln in voneinander getrennten Bereichen zu entwickeln, komme angesichts der stetig wachsenden Bedeutung der Elektronik und der Software bei der Fahrzeugentwicklung an Grenzen, hieß es. Die neue Struktur soll nun dabei helfen, die Komplexität der Systeme zu reduzieren - etwa indem kleine Hochleistungsrechner die Aufgaben bündeln, für die sonst etliche einzelne, unabhängig voneinander entwickelte und betriebene Steuergeräte nötig wären. Zudem sollen neue Entwicklungen schneller auf die Straße gebracht werden können.

24.000 Mitarbeiter weltweit fertigen Fahrzeugelektronik

„Kernaufgabe von Cross-Domain Computing Solutions wird es sein, die Komplexität der Elektroniksysteme beherrschbar und darüber hinaus so sicher wie möglich zu machen“, sagte Bosch-Geschäftsführer Harald Kröger, der den neuen Geschäftsbereich verantworten wird. Der Technologiekonzern hatte vor einigen Monaten bereits die komplette Fertigung der Fahrzeugelektronik zusammengelegt. Dort arbeiten weltweit rund 24 000 Menschen.

Bosch geht davon aus, dass der Markt für sogenannte softwareintensive Elektroniksysteme bis 2030 jährlich um 15 Prozent wachsen wird. Softwareintensiv nennt man Systeme, deren Funktionen ganz wesentlich von der Software abhängen. Etwa 100 Millionen Zeilen Software-Code steckten in heutigen Autos, hieß es. Um sie automatisiert fahren zu lassen, seien 300 bis 500 Millionen nötig.

Angesichts der stetig wachsenden Bedeutung der Softwareentwicklung haben inzwischen auch Unternehmen aus dem klassischen IT-Bereich die Autobranche für sich entdeckt und machen den traditionellen Zulieferern Konkurrenz. Daimler etwa hatte erst vor rund einem Monat eine umfassende Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Nvidia angekündigt, der einst mit Grafikkarten bekannt geworden war.

  
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