Faber aus Dortmund ermittelt diesmal am Sonntagabend Foto: WDR

Ihre Häuser bröckeln – und ihre Leben. Die Zeche ist zu, die Arbeit ist verschwunden, der Frust steigt und der „Zorn“ der Bergleute. Das Team des Dortmunder „Tatort“ ermittelt in einer verschwindenen Welt.

Dortmund - Die Landschaft ist so vernarbt und verwundet wie die Menschen. Willkommen im Pott. Geschunden haben sie sich unter Tage, doch als nun die Zeche Sophie-Charlotte schließt, bröckelt alles. Die Häuser wegen der Schächte in der Erde, das Leben, weil nicht nur die Arbeit verschwunden ist, sondern auch Identität und Zusammenhalt. Ralf Tremmel (Thomas Lawinky) war Steiger und liebkost in seinem Wohnwagen ein Stück Steinkohle. Stefan Kropp (Andreas Döhler) säuft. Und Andreas Sobitsch (Daniel Fritz) stürzt sich in einen Kampf gegen die Bergwerksgesellschaft, er will Entschädigung erstreiten für die Risse in den Häusern. Eines Tages ist er tot, erschossen.

Gedreht wurde in Duisburg

Gedreht haben sie diesen „Tatort“ nicht in Dortmund, sondern in Duisburg, der Schimanski-Stadt. Und wie Schimi hat auch Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) ein Herz für Malocher. Er teilt Kippen und Pils mit ihnen. Und ist überhaupt zugewandter als bisher. Fabers Ego-Show war gestern, jetzt bleibt Platz für die Kollegen Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon). Doch glücklicherweise beschert ihm ein unvermittelter Drehbuch-Schlenker noch einige schöne Auftritte.

Duell mit Verfassungsschützerin

Weil plötzlich ein schwer bewaffneter Reichsbürger auftaucht, gerät Faber mit dem Verfassungsschutz aneinander. Genauer: mit Klarissa Gallwitz (Bibiana Beglau). Wie die beiden umeinander herumschleichen und mit Worten fechten, ist grandios. Das entschädigt für die an den Haaren herbeigezogene Nummer mit dem Reichsbürger. Sie ist völlig unnötig, denn die Geschichte über eine schwindende Welt ist schon eindrucksvoll genug. Am Ende wird aus dem Stahlwerk ein Vergnügungspark. Und die Kumpel bekommen Jobs angeboten – in der Geisterbahn. Der Spuk hört nicht auf.

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