Der namhafte Cast von "Tatort: Das Team" Foto: WDR/Tom Trambow

Der "Tatort: Das Team" ist nicht nur ein Crossover-Krimi zwischen Münster und Dortmund. Die Schauspieler mussten auch improvisieren. Lohnt sich das Einschalten an Neujahr?

Gut möglich, dass sich der ein oder andere am Neujahrstag nicht bis 20:15 Uhr wachhalten kann, geschweige denn darüber hinaus. Doch diesmal verpassen alle Sonntagskrimifans tatsächlich etwas, wenn sie nicht einschalten. Denn der "Tatort: Das Team" (Das Erste) ist ein ungewöhnlicher und folgenschwerer Crossover-Impro-Krimi mit Star-Besetzung.

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Worum geht's im "Tatort: Das Team"?

Ausnahmezustand in Nordrhein-Westfalen! Schon vier Kommissare unterschiedlicher Dienststellen wurden getötet. Eine vergleichbare Mordserie gab es noch nie in der Geschichte des Landes. Doch eine heiße Spur fehlt, die Ermittler tappen im Dunkeln - und der Druck nimmt zu. Endlich den- oder diejenige zu stoppen, die hinter den heimtückischen Morden steckt - auf dieses gemeinsame Ziel sollen nun Ermittlerinnen und Ermittler aus verschiedenen Städten eingeschworen werden: Alle standen mit den bisherigen Opfern in Verbindung.

Im Sonderermittlerteam dabei sind Peter Faber (Jörg Hartmann, 50) und Martina Bönisch (Anna Schudt, 45) von der Dortmunder Mordkommission sowie ihre Kollegin Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter, 40) aus Münster.

Außerdem finden sich auf Einladung des Polizeipräsidenten in dem streng bewachten leerstehendes Tagungshotel vier weitere Ermittler ein: Kommissar Marcus Rettenbach (Ben Becker, 55, "Werk ohne Autor") aus Oberhausen und Kommissar Franz Mitschowksi (Nicholas Ofczarek, 48, "Der Pass") aus Aachen. Von der Paderborner Kripo stößt Kommissar Sascha Ziesing (Friedrich Mücke, 38, "Ballon") dazu, aus Düsseldorf kommt Kommissarin Nadine Möller (Elena Uhlig, 44).

Da die Zeit drängt und aus den unterschiedlichen Ermittlern schnell ein effizientes Team geformt werden muss, wurden die beiden renommierten und krisenerfahrenen Coaches Christoph Scholz (Charly Hübner, 47, Rostock-"Polizeiruf") und Martin Scholz (Bjarne Mädel, 51, "Der Tatortreiniger") engagiert...

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Denn eine Ermittlerfigur verabschiedet sich mit diesem "Tatort" aus dem Sonntagskrimikosmos. Dafür gibt es ein Wiedersehen mit Schauspieler Friedrich Mücke. Zwar ist er hier in einer anderen Rolle zu sehen, von 2013 bis 2014 war er aber in zwei Krimis Teil des etwas despektierlich als Baby-Ermittler bezeichneten "Tatort"-Teams aus Erfurt rund um Funck (Mücke), Schaffert (Benjamin Kramme, 37) und Grewel (Alina Levshin, 35).

Spannend waren die Dreharbeiten zu diesem Krimi vermutlich auch für die Schauspieler, denn der Film entstand ohne Drehbuch. Regisseur Jan Georg Schütte hatte lediglich einen Rahmen und ein Realisierungskonzept vorgegeben. Ansonsten erweckten die Künstler, die laut Produzentin Sophia Aldenhoven "nur ihre Rollenprofile kannten", den Krimi "spontan zum Leben", so der WDR.

Überragend gelingt das Charly Hübner und Nicholas Ofczarek. Den beiden ist das fehlende Skript tatsächlich in keiner einzigen Szene anzumerken. Eigentlich auch kein Wunder: "Improvisieren ist die schönste Form des Spielens", wird Hübner zitiert. Und Ofczarek erklärt: "Das Wichtige am Improvisieren ist, erstmal, dass man ziemlich 'leer' reingeht, sich nichts vornimmt und die Partner akzeptiert. Ich weiß aus meiner Theaterimprovisationszeit, dass die Gefahr, zu viel zu quatschen, sehr groß ist und des Originell-Sein-Wollens." Experiment geglückt.

Interessant könnte der Krimi im Übrigen auch für all jene sein, die bereits Coachings über sich ergehen lassen durften. Die ein oder andere Methode dürfte bekannt vorkommen. Auf eines sollte sich der geneigte Zuschauer jedoch in jedem Fall auch einstellen: Es dauert ein wenig, bis der Krimi Fahrt aufnimmt, aber dann...

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