Kultusministerin Marion Schick Foto: dpa

Die neue Werkrealschule muss unsere Kommentatorin Maria Wetzel erst überzeugen.

Stuttgart - Wie an Realschulen und Gymnasien können künftig auch an Werkrealschulen Schüler die mittlere Reife machen. Doch die Hoffnung von Realschulrektoren, dass sich Viertklässler mit Realschul- empfehlung jetzt an Werkrealschulen statt an den überfüllten Realschulen anmelden, hat sich bisher nicht erfüllt. Die neue Werkrealschule muss erst noch überzeugen.

Eine schwierige Aufgabe. So ist es beispielsweise nicht nachvollziehbar, dass Werkrealschüler, die die mittlere Reife machen wollen, in der neunten Klasse erst einmal eine Notenhürde (3,0) überwinden müssen. Realschülern und Gymnasiasten bleiben solche "Schutzmaßnahmen" erspart. Auch die geplante Fortbildung der Werkrealschullehrer überzeugt nicht: Schon bei der Einführung der neuen Bildungspläne und der Verkürzung der Gymnasialzeit zeigte sich, dass die Qualifizierung durch das Schneeballsystem für grundlegende Neuerungen nicht ausreicht.

Mit der neuen Werkrealschule rettet sich die Landesregierung über die Landtagswahl, viele Probleme sind aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Vor allem das, dass Schüler zu früh getrennt werden - vermeintlich nach Begabung, tatsächlich nach ihrer Herkunft.

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