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Die EU hilft Griechenland, weil sie gar nicht anders kann, sagt Claudia Lepping.

Berlin - Es geht ums Ganze. Noch vor zwei Wochen hatten sich die Euro-Regierungen in die Illusion geflüchtet, dass allein die Zusage von Notfallkrediten die Lage in Athen entschärfen würde. Ein Trugschluss. Es kam schlimmer, auch weil die Börsenspekulanten nicht nur Athen im Würgegriff halten, sondern zugleich checken, wie weit die EU zu gehen bereit ist, um ihre Wirtschafts- und Währungseinheit zu retten: Sind jene 30 Milliarden Euro Kredit aus Steuergeldern, die sie nun zu günstigen Zinsen überweisen will, die Grenze?

Die Eurogruppe, allen voran Kanzlerin Merkel, muss nun früher als gedacht verhindern, dass mit Griechenland der erste Dominostein kippt. Noch weniger als die Hilfe kann sie sich den Staatsbankrott ihres EU-Partners leisten. Der würde das Konstrukt der Eurozone ins Wanken bringen. Die kurzfristig verabreichte Finanzspritze dieses Sonntags wird deshalb nur der Auftakt sein für eine intensivfiskalische Betreuung.

Athen braucht ein klares Kontrollregime von EU und IWF - sofort, wenn die Hilfsmilliarden fließen. Genauso dringend ist es, den Zockern an den Börsen Einhalt zu gebieten. Die laufen sich schon warm, um die nächsten Krisenkandidaten Italien, Spanien und Portugal in die Knie zu zwingen - und damit Euro-Europa. Es geht wirklich ums Ganze.

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