Ahmet Davutoglu (l.) im Gespräch mit Mark Rutte. Foto: dpa

Bei seinem Besuch in den Niederlanden hat der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu Syrien und Russland eine Politik der „ethnischen Säuberung“ vorgeworfen. Auch die jüngsten Angriffe auf Aleppo verfolgten dieses Ziel.

Den Haag - Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Syrien und Russland eine Politik der „ethnischen Säuberung“ in Syrien vorgeworfen. Gegner des Assad-Regimes sollten aus dem Land vertrieben werden, sagte Davotuglu am Mittwoch in Den Haag nach einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte. „Ein Ziel der jüngsten Angriffe auf Aleppo ist ethnische Säuberung.“

Der türkische Premier warf dem Westen auch Scheinheiligkeit vor. Einerseits werde von der Türkei gefordert, die Grenzen für Flüchtlinge aus Aleppo zu öffnen. Doch auf der anderen Seite werde nichts getan, die russischen Angriffe zu stoppen. Die Türkei werde weiterhin Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen, betonte der Premier.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte lobte die Bemühungen der Türkei in der Flüchtlingskrise. Es gebe bereits Erfolge, sagte er. „Vor einer Woche kamen noch tausende Flüchtlinge pro Tag, nun reden wir von einigen Hunderten.“ Der Besuch des türkischen Premiers fand im Rahmen der derzeitigen niederländischen EU-Ratspräsidentschaft statt.

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