Die meisten Büromenschen haben keinerlei Outdoor-Erfahrung. Für sie ist schon eine Nacht im Wald eine existenzielle Herausforderung. Foto: dpa

Was machen Sie, wenn Ihr Auto mitten im tiefen Wald den Geist aufgibt und es keinen Handyempfang gibt? Jetzt ist der Survivalist in Ihnen gefragt. Acht Tipps, wie Sie die Wildnis überleben.

Monterey - Eine junge Frau stürzt mit ihrem Auto 60 Meter Meter von einer Klippe, als sie auf der Küstenstraße Highway 1 in Kalifornien einem Tier ausweichen muss. Sieben Tage lang liegt Angela Hernandez im Wrack ihres Geländewagens, bis zwei Spaziergänger sie zufällig entdecken und die Rettungskräfte alarmieren.

Aufgrund ihren Verletzungen – unter anderem an Schulter und Kopf – kann die 23-Jährige nicht selbst den Steilhang hochklettern. Sie überlebt, weil sie mit dem Kühlerschlauch ihres Wagens Wasser aus einem nahen Bach trinkt.

In der Wildnis

Es muss nicht ein solcher Albtraum sein. Es genügt schon eine Autopanne im Wald und kein Handyempfang. Oder eine Solo-Wanderung, bei der man sich den Fuß verknackst. Plötzlich ist man mutterseelenallein, kein Mensch weit und breit, der helfen kann. Was ist jetzt zu tun? Acht Tipps für das Überleben in der Wildnis:

1. Wasser

Das Wichtigste: Eine Wasserquelle suchen. Wasser kann man aus fließenden oder stehenden Gewässern entnehmen. Je weiter man von der Zivilisation entfernt ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es verunreinigt ist. Kaltes Nass ist immer zu bevorzugen, weil warmes der perfekte Nährboden für Keime ist.

Um auf Nummer sicher zu gehen: Das Wasser mit Hilfe eines selbst gebauten Wasserfilters reinigen. Wie das geht? Einfach ein Stück Stoff, Kohle, Sand, Kies und Moss in ein Gefäß (etwa eine abgeschnittene Plastikflasche) stecken, mehrere Male Wasser durchlaufen lassen, bis die Materialien gesäubert sind.

2. Schlafplatz

Der Ort für die Nachtruhe sollte vor allem trocken sein. Bei kaltem Wetter kühlt man sonst zu schnell aus. Im Sommer zieht feuchter Untergrund Myriaden von Mücken an.

3. Wetterschutz

Eine Laubhütte aus abgestorbenen Ästen und Zweigen ist schnell gebaut. Alternativ kann man sich in eine mit Tannenzweigen bedeckte Kuhle legen und sich mit Laub wie mit einem Schlafsack zudecken.

Noch besser ist eine Felsnische oder kleine Höhle, wo man vor Regen und lästigen Insekten geschützt ist.

4. Feuer

Als Zunder eignet sich jedes Brennmaterial, das schnell Feuer fängt – trockenes Holz, Nadeln, Tannenzapfen, Rinde, Holzmehl, Vogelfedern. Hartes Holz brennt länger, feuchtes hält Insekten fern. Am besten, man mischt beides.

Wenn kein Feuerzeug zur Hand ist, versucht man es auf die klassische Pfadfinder-Art mit Hilfe eines Feuerbohrers (ein hölzerner Stab wird mit den Handflächen schnell in ein flaches Holzstück gebohrt, um durch die Reibungshitze glühenden Holzstaub zu erzeugen) oder Steinen – am besten Feuerstein und Pyritgestein, das sehr häufig vorkommt und einen hohen Schwefelanteil hat.

5. Nahrung

Wer in heimischen Wäldern strandet, muss sich keine Sorgen ums Essen machen. Der Tisch der Natur ist reich gedeckt: Kiefernadeln und -blüten sind Vitamin-C-Bomben. Haselnüsse, Bucheckern und Edelkastanien sind ebenfalls gesund. Löwenzahn und Schilfwurzeln enthalten viel Stärke. Himbeeren, Brombeeren und Hagebutten ergänzen den Speiseplan. Ameisen, Heuschrecken, Larven, Schnecken und Regenwürmer sorgen für das notwendige Protein.

6. Tiere

Die Natur hat ihre eigenen Geräusche, die – wenn man sie nicht kennt – beunruhigen können. Generell gilt: Verhalten Sie sich ruhig, wenn sie wild lebenden Tieren wie Wildschweinen begegnen. Geraten Sie nicht in Panik, greifen Sie nicht zu Stock und Stein und laufen Sie nicht plötzlich davon.

7. Orientierung

Schon in einem Wäldchen kann man sich verlaufen. Suchen Sie sich deshalb einen entfernten Orientierungspunkt, auf den Sie zugehen und so die gewünschte Richtung einhalten. Landmarken wie Flüsse, Bäche, Waldgrenzen, Hügel, Berge und Senken helfen bei der Orientierung.

8. Werkzeug

Einen Speer, Hammer und Wanderstock kann sich jeder handwerklich halbwegs Begabte selber basteln. Die Kunst des Bogenbauens ist schon etwas für Fortgeschrittene.

Fazit

Nicht jeder ist ein Survivalist. Aber auch als Untrainierter kann man in der Natur überleben. Man muss nur wissen wie.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: