Levin Trautwein (v.li.), Hedda Liebs und Arne Kronemeyer aus Stuttgart präsentieren einen Wurfpfeil für Luftaufnahmen bei der TV-Sendung „Die Höhle des Löwen“. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Die Gründer des Stuttgarter Unternehmens Aervideo eröffnen neue fotografische Perspektiven. Am Dienstag entern sie auf Vox „Die Höhle der Löwen“ mit einem Produkt, das auch schon der FC Bayern München eingesetzt hat.

Stuttgart - Die GoPro ist eine Actionkamera, die einiges aushält. Auf die Idee, sie mit Schmackes gen Himmel zu schleudern oder am Strand umher zu werfen, um zu sehen, welche Effekte sich auf diese Weise erzielen lassen, würde man dennoch nicht kommen. Das Stuttgarter Startup Aervideo macht mit seinem Kamerawurfpfeil AER (benannt nach „aerial“, dem englischen Begriff für Luftbild) genau das möglich. Am Dienstag sind die beiden Gründer Arne Kronemeyer (24) und Levin Trautwein (26) mit ihrer aerodynamischen Entwicklung zu Gast in der Geschäftsideen-Show „Die Höhle der Löwen“. Zu sehen ist dies von 20.15 Uhr an auf dem Sender Vox.

2016 stand Levin, der im niederländischen Enschede Creative Technology studierte, vor der Aufgabe, Luftaufnahmen einzureichen. Eine Drohne war weder vorhanden noch erschwinglich. Also machte er sich mit seinem Freund Arne daran, eine eigene Lösung zu finden. „Wir haben damals aus einem dieser Wurfpfeile, die beim Flug Pfeifgeräusche machen und einer Kamera einen Prototypen mit Pappflügeln gebaut“, erinnert sich Kronemeyer. „Es zeigte sich schnell, dass das gut funktioniert und so haben wir die Idee weiter verfolgt und Ende 2016 eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um eine adäquate Umsetzung finanzieren zu können.“

6000 Einheiten über Webshop verkauft

70 000 Euro waren anvisiert. 123 000 kamen zusammen. „Das Interesse war von Anfang an groß“, sagt Kronemeyer, der an der Dualen Hochschule (DHBW) in Stuttgart ein BWL-Studium absolviert. „Als wir das Geld hatten und sich die Produktion verzögerte, weil wir mit der Qualität unzufrieden waren, hatten wir mit einem Mal 2000 Leute im Nacken, die auf ihren AER warteten.“

Er und Levin nutzten diese Phase, um die Interessenten am Entstehungsprozess teilhaben zu lassen. Man habe aus der Not eine Tugend gemacht und über jeden Arbeitsschritt informiert, so Kronemeyer. „Dadurch fand eine Community zusammen, die bis heute besteht. Wir haben bislang international rund 6000 AER-Einheiten über unseren Webshop verkauft und die Kunden tauschen eifrig Videos und Erfahrungen aus.“ Selbst der FC Bayern München setzte die Wurfkamera schon in einem Werbeclip ein. Sie wurde dem Ball hinterhergeworfen und folgte dessen Flugbahn. „Wir sehen uns nicht als Alternative zur Drohne, sondern als Erweiterung der Möglichkeiten, Bilder aus der Luft zu machen“, erklärt Kronemeyer.

Der AER wird nicht die letzte Entwicklung des jungen Unternehmens bleiben, „Es soll weitere Produkte geben“, verrät der Tüftler, der bereits eine Firma im Softwarebereich gegründet hat. „Wir werden wachsen, aber wir wollen im Video und Fotobereich bleiben und uns weiter auf unkonventionelle Blickwinkel konzentrieren.“ Dass Aervideo weitermachen und weiter wachsen wollen, stand unabhängig von der Teilnahme bei der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ fest. Reingekniet haben sich die beiden Kandidaten, die inzwischen drei Mitarbeiter einstellen konnten, dennoch. „Wir haben unseren Pitch, die Wettbewerbspräsentation, immer wieder vor Freunden und Kollegen geübt und mit der Redaktion abgestimmt“, blickt Kronemeyer zurück. Wie die Jury reagieren wird, zeigt der Dienstagabend.

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