Brigitte Lösch in Aktion: im Februar 2019 bei einer Kundgebung, bei der Gewalt gegen Frauen angeprangert wird. Foto: 7aktuell.de

Die laufende Legislaturperiode wird ihre letzte im Landtag sein. Brigitte Lösch will nach dann rund 20 Jahren im Landtag nicht mehr zur Wahl antreten. Dafür hat sie jetzt eine Begründung geliefert.

Stuttgart - Die Stuttgarter Grünen-Landtagsabgeordnete Brigitte Lösch (57) nimmt den Abschied aus der Landespolitik ins Visier. Am Montag hat sie bekannt gegeben, dass sie bei der Landtagswahl 2021 – rund 20 Jahre nach ihrer erstmaligen Wahl in den Landtag – nicht mehr zur Wahl stehen werde. „Ich will nicht nur reden über den Generationenwechsel, sondern durch diese frühe Ankündigung meiner Partei ermöglichen, ohne Zeitdruck für eine kompetente Nachfolgerin zu sorgen“, teilte sie mit.

Lösch war 2001 erstmals in den Landtag gekommen. Bei der Landtagswahl 2011 musste sie vom Wahlkreis 1 (Stuttgarter Innenstadt) auf den Stuttgarter Wahlkreis 4 (Neckarorte) umsatteln, weil die Grünen-Basis für den Bereich Mitte mit knapper Mehrheit die Stadträtin Muhterem Aras nominiert hatte. Bei der Wahl holte Lösch dann mit hauchdünnem Vorsprung das Direktmandat. 2016 wiederholte sie das – nun mit satten 34,4 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Kandidaten Roland Schmid (22,2 Prozent).

Kreisvorstand sucht geeigneten Ersatz

Der Grünen-Kreisvorsitzende Mark Breitenbücher sagte am Montag, Lösch hätte sicherlich auch weitere fünf Jahre im Landtag arbeiten können. In den Bereichen Soziales und Kultur habe sie „einiges erreicht“, überdies für die Grünen „die Queer-Community gut betreut“, also die Menschen, die in ihrer Geschlechterrolle von der üblichen gesellschaftlichen Norm abweichen. Nach der Entscheidung von Lösch peile man tatsächlich einen Generationenwechsel an, sagte Breitenbücher. Man wolle der Basis aber auch jemanden anbieten, der zu diesem Wahlkreis passe. Der „sehr aktive“ Ortsverband Bad Cannstatt biete ein Reservoir dafür, nominiert werde die Kandidatin oder der Kandidat allerdings von allen Mitgliedern der Kreispartei, nicht nur von jenen im Wahlkreis.

Ansonsten richtet sich der Vorstand darauf ein, dass die amtierende Landtagspräsidentin Muhterem Aras in der Innenstadt und Verkehrsminister Winfried Hermann im Stuttgarter Filderwahlkreis wieder antreten. Bei Umweltminister Franz Untersteller (Wahlkreis 3/nördliche Bezirke) rechnet man auch damit, da fehle momentan aber noch das Signal. Freilich lasse man sich mit den Sondierungen, wer wieder antritt, auch Zeit bis Weihnachten.

Bei der Konkurrenz ist es noch ruhiger. Jedoch ließ Kultusministerin Susanne Eisenmann, die designierte Spitzenkandidatin der Landes-CDU, schon wissen, wo sie 2021 als Neuling antreten und ein Direktmandat holen möchte: im Filderwahlkreis, wo sie auch wohnt und sich mit Verkehrsminister Hermann messen kann.

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