Mit Plakaten lädt die Initiative zu dem Infoabend ein. Foto: Caroline Holowiecki

Fahrverbote, GSG-Neubau, Filderauffahrt – Dauerbrenner, die aus Sicht mehrerer Bürger aus Stuttgart-Sillenbuch einen gemeinsamen Nenner haben: den Verkehr. Ein neuer Arbeitskreis der Lokalen Agenda lädt daher zu einer Veranstaltung ein.

Sillenbuch - Diese Prognosen für Sillenbuch klingen mehr als düster. Mehr Feinstaub, mehr Stickoxide, mehr Lärm, mehr Gefahr für Mensch und Tier, insbesondere für Schul- und Kindergartenkinder, und vor allem mehr Autos, nämlich 2000 Stück, und das pro Tag. Dies und mehr kommt auf Sillenbuch zu, wenn die Fahrverbote im Kessel kommen, davon zumindest sind Hermann Schöllhorn aus Riedenberg und sieben andere Sillenbucher überzeugt. Sie wollen diese Entwicklung mit vereinten Kräften abwenden, denn für sie steht fest: Werden im Zentrum während eines Feinstaubalarms tatsächlich die Zufahrtsstraßen dicht gemacht, führt die verbliebene Querverbindung aus Richtung Remstal zur Messe, zur Autobahn oder zum Flughafen unweigerlich und unmittelbar durch die Sillenbucher Stadtteile – über Straßen, die entweder dafür nicht ausgelegt oder ohnehin schon überlastet sind.

Der Zusammenschluss ist nicht politisch motiviert

„Heu-Ried-Buch ist der Verlierer der Fahrverbote“, mahnen sie, also Heumaden- Riedenberg und Sillenbuch. Bereits im Mai hat diese Zeitung über Hermann Schöllhorns These von der Verkehrsverlagerung berichtet. Einige Nachbarn haben sich darin wiedergefunden, sind nach der Berichterstattung auf den 52-Jährigen zugegangen und haben gefragt: „Was tun wir jetzt?“

Entstanden ist „Verkehrsentlastung 70619“, eine Bürgerinitiative, bestehend aus acht Personen mittleren Alters „querbeet aus Sillenbuch“, erklärt Hermann Schöllhorn. Angegliedert sind diese mittlerweile an die Lokale Agenda. Die hatte einst einen Arbeitskreis Verkehr, die neue Gruppierung lässt den nun wieder aufleben. Was Hermann Schöllhorn betont: Alle in der Initiative sind gleichberechtigt, der Zusammenschluss ist nicht politisch motiviert, auch stehe keine Institution dahinter. „Wir sind allesamt Menschen, die zuvor noch nicht in Erscheinung getreten sind.“

Ein Vertreter des Verbands Region Stuttgart kommt auch

Das ändert sich jetzt. Die Bürgerinitiative mit ihrer Forderung nach einem neuen Verkehrskonzept für den Bezirk mittels einer Umfahrungslösung, die auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium nicht außen vor lassen soll, tritt erstmals öffentlich mit einer Veranstaltung auf. „Wir haben festgestellt, es gibt ein großes Informationsdefizit“, erklärt Hermann Schöllhorn. Vor allem, weil im Bezirk viele Komponenten zusammenspielten: das Thema Filderauffahrt, der Streit um einen möglichen Neubau des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, der Luftreinhalte- oder der Regionalverkehrsplan. „Wir wollen klären, was jetzt wo der Stand ist“, sagt das AK-Mitglied.

Licht ins Dunkle soll Thomas Kiwitt bringen. Er ist der Leitende Technische Direktor des Verbands Region Stuttgart. Er wird bei der Initiative-Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 23. November, von 19 Uhr an im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche in der Oberwiesenstraße sprechen und Fragen beantworten.

Schon vor Beginn der Abendveranstaltung bekommt die Bürgerinitiative „Verkehrsentlastung 70619“ Zuspruch. „Die Resonanz ist gut“, sagt Schöllhorn. Bereits jetzt steht auch fest, dass es nicht die einzige öffentliche Zusammenkunft der Gruppe sein soll. „Wir sind offen für weitere Themen“, kündigt der Riedenberger an – außerdem soll am Donnerstag ein Teilnehmerblatt rumgehen, um eine Art Newsletter aufzubauen.

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