Gefährlicher Engpass an der Steigstraße? Ein Bus passiert die Haltestelle „Thingstraße“ und eine Gehwegnase verengt zusätzlich die Fahrbahn. Foto: Götz Schultheiss

Bei der Bushaltestelle „Thingstraße“ an der Steigstraße soll eine Gehwegnase Fußgängern das Überqueren der Fahrbahn erleichtern. Anwohner sehen aber einen Gefahrenherd.

Stuttgart-Rohr - Straßenbau und Verkehrsberuhigung sind Themen, die Gemüter erhitzen, vor allem, wenn die Anwohner dafür zur Kasse gebeten werden. Dies gilt auch für einen Abschnitt der Thingstraße auf der Rohrer Höhe. Dort und an der Steigstraße hatte die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) im vergangenen Sommer ihr Projekt Rohrer Höhe abgeschlossen. In dem Areal, an dem sich die Thingstraße mit der Steigstraße kreuzt, sind dabei für rund 24 Millionen Euro 75 neue Wohnungen entstanden.

Was sich wegen des Wohnungsmangels als Gewinn erweist, verursacht bei den Anwohnern der Thingstraße Ärger. Der Grund: Erstmals wurde in diesem Bereich nach einem regulären Bebauungsplan gebaut. Deshalb müssen die Grundstückseigentümer, die dort schon Jahrzehnte lang wohnen, Erschließungskosten bezahlen.

Fehlender Gehweg nötigt zum Überqueren der Fahrbahn

Damit nicht genug: Kritik entzündet sich an Details der Pläne. Sie sehen am oberen Teil der Thingstraßeeinen abgegrenzten Gehweg und einen Fußgängerüberweg vor. Bisher ist der Streifen für Fußgänger nur durch eine weiße Linie von der Fahrbahn getrennt. Gegenüber der Bushaltestelle „Thingstraße“ an der Steigstraße ist, wie in den Plänen vorgesehen, bereits eine Gehwegnase gebaut worden. Sie soll den Verkehr verlangsamen und den Fußgängern das Überqueren der Straße erleichtern. Die Gehwegnase, schreibt eine erboste Leserin an unsere Zeitung, diene nur dazu, zu vertuschen, „dass die Bewohner keinen Gehweg zur Haltestelle ‚Rohr Mitte’ bekommen haben“, schreibt sie. Schulkinder, Mütter mit Kinderwagen und ältere Menschen gingen am Straßenrand zu ihrem Eingang, denn „niemand überquert freiwillig drei Mal die Fahrbahn“. Dies hatte sie bei der Verwaltung moniert und zur Antwort bekommen: „Die Fläche ist Privatbesitz, und der Bebauungsplan sieht hier keinen beidseitigen Gehweg vor.“

Die Verengung der Fahrbahn wird von einigen als Gefahrenherd empfunden

Auch an der Gehwegnase an der Steigstraße lässt die Leserin kein gutes Haar: „Die eigentliche Funktion der Gehwegnase ist Platz zum Abstellen der Mülleimer.“ Die Gehwegnase verenge die Steigstraße kurz nach der Kurve an der Einmündung der Musberger Straße. Dies sei „für Radfahrer und für ortsfremde Autofahrer sehr gefährlich. Steht ein Bus an der Haltestelle Richtung Vaihingen, ist ein Vorbeifahren für größere Fahrzeuge nicht möglich, und da sind dann auch noch die Anwohner auf der Straße, die keinen Gehweg haben.“

Für diese vermeintliche städtebauliche Fehlplanung im Quartier macht die Leserin die SWSG und den Bezirksbeirat Vaihingen als Schuldige aus. Der städtischen Tochter wirft sie vor, diese drücke sich vor der Verantwortung und delegiere Aufgaben, für die sie zuständig sei, an die Stadt weiter. Dem Bezirksbeirat seien die Pläne vorgestellt worden. Nachdem die Beiräte diese offensichtlich gebilligt hatten, frage sie sich, ob sich einer der Beiräte die Mühe gemacht habe, die Situation an Ort und Stelle anzusehen.

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