Flaschen, Zigarettenstummel und manch Skurriles: Die Helfer machen den Eugensplatz sauber. Foto: Julia Schenkenhofer

Das Netzwerk „clean up“ rief zum gemeinsamen Müllsammeln am Eugensplatz im Stuttgarter Osten auf. Rund 20 Menschen folgten dem Aufruf und räumten dabei so manches Skurrile auf.

Stuttgart-Ost - Am Samstagmittag bewaffneten sich rund 20 Stuttgarter mit Greifzangen und Müllbeuteln um ihre Stadt ein kleines Stück sauberer zu machen. Dabei entsorgten sie nicht nur jede Menge Zigarettenstummel, Flaschen und Silvesterböller, sondern auch manch Skurriles.

Das Netzwerk „clean up“ rief diesen Samstag zum gemeinsamen Müllsammeln am Eugensplatz auf. „Wir machen eine Form des Protests, bei dem wir selbst Teil der Lösung sind“, erklärt Gründer Thomas Venugopal das Konzept des Putzevents, das er nach einem Urlaub in Thailand auf dem Marienplatz startete: „In Thailand ist es ganz normal, dass alle nach einem Sturm helfen den Strand sauber zu machen. Als ich dann zurück nach Stuttgart kam und den ganzen Müll auf dem Marienplatz sah, habe ich einfach angefangen, dort ebenfalls aufzuräumen.“

Zur heutigen Aufräumaktion sind rund 20 Freiwillige seinem Aufruf in sozialen Medien gefolgt und helfen ab 13:30 Uhr den Eugensplatz und das umliegende Gebüsch von herumliegendem Müll zu befreien. „Der Platz sieht zwar nicht dreckig aus, aber am Ende bekommt man immer einiges zusammen“, so Venugopal. Und tatsächlich füllen sich die Säcke erstaunlich schnell. Vor allem Zigarettenstummel und Überreste von Silvesterböllern wandern in die orangenen Eimer und blauen Tüten.

Menschen für ein verantwortungsvolles Handeln sensibilisieren

Aber auch manch skurriler Gegenstand findet sich in den Büschen. „Wir haben schon eine Senftube, ein altes Handy und eine Kohlegabel gefunden,“ berichten zwei Freundinnen aus Stuttgart und dem Kreis Ludwigsburg, die gemeinsam den heutigen Samstag mit Müllsammeln verbringen. „Das macht wirklich Spaß. Meine Freundin hat schon mal bei einer Aktion des Netzwerkes mitgeholfen und mir davon erzählt. Ich finde die Aktion großartig, denn der Müll stört mich schon länger“, erklärt die junge Frau aus dem Kreis Ludwigsburg.

Venugopal bezeichnet aus diesem Grund die Teilnehmer auch als „Botschafter“, denn schließlich seien sie es, die Freunden und Bekannten davon erzählen und so auf ein bestehendes Problem aufmerksam machen: „Wir wollen niemanden belehren, aber eine weggeworfene Zigarettenkippe verunreinigt bis zu 40 Liter Grundwasser, das ist vielen nicht klar,“ erklärt er. Aus diesem Grund gehe es ihm am heutigen Tag nicht nur um die vollen Müllsäcke am Ende der Putzaktion, sondern auch darum, Menschen für ein verantwortungsvolles Handeln zu sensibilisieren.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: