Der Gemeinderat soll im nächsten Haushalt Planungsmittel für den Umbau des Augsburger Platzes bereitstellen. Foto:  

Für den Haushalt 2020/21 fordert der Bezirksbeirat Planungsmittel für den Wilhelms- und den Augsburger Platz

Bad Cannstatt - Der letzte Doppelhaushalt hatte es in sich: Der Gesamtetat für die Landeshauptstadt belief sich auf 7,2 Milliarden Euro – Rekord. Allein das geplante Investitionsvolumen im Bausektor lag bei 1,5 Milliarden Euro – Rekord. OB Fritz Kuhn zeigte sich damals sehr zufrieden, zumal auch viel Geld (jährlich rund zehn Millionen Euro) für sein Konzept für eine saubere Stadt von den Fraktionen bewilligt wurde. Insgesamt fast 100 Stellen wurden seitdem bei der Stadtreinigung geschaffen. Ein Fakt, der sich mittlerweile auch im Cannstatter Stadtbild widerspiegelt. Vor allem in der Altstadt sind mehrmals die Woche Straßenkehrer mit Besen, Zange und Schaufel unterwegs.

Im Spätherbst steht der Haushalt 2020/21 zur Debatte, der sich in seinem Gesamtvolumen natürlich an seinem Vorgänger orientieren wird, ja muss. Denn seit gut einem Jahr steht fest: Stuttgart ist seit 70 Jahren erstmals wieder schuldenfrei. 1993 stand die Stadt noch mit 1,146 Milliarden Euro in der Kreide.

Begehrlichkeiten geweckt

Eine finanziell kerngesunde Stadt weckt natürlich in den Stadtbezirken Begehrlichkeiten, was sich trefflich in dem „Wunschzettel“ des Bezirksbeirats Bad Cannstatt für den anstehenden Doppelhaushalt erkennen lässt. Nicht nur die üblichen Verdächtigen, etwa der Erhalt des Stadtbads in der Hofener Straße oder eine komplett barrierefreie Haltestelle Ebitz-weg, stehen auf der Liste. Mit dem Wilhelms- und Augsburger Platz tauchen auch zwei Sorgenkinder auf, über die schon seit Jahren im Bürgergremium immer wieder diskutiert wurde. Der Umbau beider Verkehrsknoten kostet jedoch einen hohen, dreistelligen Millionenbetrag, weshalb die Fraktionen zunächst mit Planungsmitteln für beide Plätze zufrieden wären. Was den Wilhelmsplatz angeht, so soll die Verwaltung gleich ein Konzept für die König-Karl-Straße samt Bahnunterführung entwickeln und in diesem Zusammenhang auch eine Untertunnelung des Verkehrsknotens überprüfen. Planungsmittel hin oder her, langfristig muss die Stadt jedoch an beide Verkehrsknoten ran. Das hat unlängst auch Herman-Lambert Oediger vom Stadtplanungsamt eingeräumt.

Zweistellige Millionensumme

Planungsmittel wünschen sich die Fraktionen auch für eine dritte „Dauerbaustelle“ in Stuttgarts größtem Stadtbezirk: dem Seelbergdurchlass. Einig ist man sich dabei, dass der heutige Zustand der knapp 200 Meter langen und teilweise verwinkelten Röhre vor allem Frauen und Kindern nicht zumutbar ist. Das Problem dabei: Ein neuer Tunnel kostet eine zweistellige Millionensumme. Doch auch bei diesem Thema herrscht Einigkeit im Bezirksbeirat Bad Cannstatt: Das Geld muss die Stadt investieren, um den neuen Wohn- und Gewerbepark an den Seelberg anzubinden.

Handlungsbedarf sieht der Bezirksbeirat auch am Cannstatter Bahnhof (Unterführung zur Kleemannstraße und Umgestaltung des Vorplatzes). Zudem soll hier in absehbarer Zeit ein Fahrradparkhaus Ordnung in das Abstellchaos der Zweiräder bringen. Geld soll im Haushalt 2020/21 zudem für eine weitere Aufwertung der Marktstraße, für die Rosensteinbrücke, eine Querungsmöglichkeit für Passanten in der Gnesener Straße sowie Begrünung für die Stadtbahngleise bereit gestellt werden. Auch wünschen sich die Fraktionen, dass weitere Stellen für die Verkehrsüberwachung geschaffen werden. Stichwort: Seelbergstraße. Angesichts der vielen Falschparker wäre hier eine Rundum-Überwachung durch das Ordnungsamt angebracht.

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