Das Mombach-Bad wurde im Jahr 2010 aufwendig saniert. Foto: factum/Weise

Nachwuchssorgen sind für den Schwimmverein Cannstatt ein Fremdwort. Der Traditionsverein zählt mehr als 1500 Mitglieder und bietet neben einer Kinderschwimmschule auch Breiten- und Leistungssport für Erwachsene.

Bad Cannstatt - Mitgliederschwund. Das Wort, das vielen Vereinsverantwortlichen große Sorgen bereitet, ist für den Schwimmverein Cannstatt (SVC) ein Fremdwort. Von 1255 Mitgliedern im Jahr 2005 ist die Zahl seither kontinuierlich auf 1511 angestiegen. Und damit nicht genug: „Wir könnten noch viel mehr Kurse anbieten“, sagt die Geschäftsführerin Regine Köninger. Eine Grenze setzen dem SVC nur die verfügbare Wasserfläche und die Zahl der Übungsleiter – und das, obwohl das vereinseigene Schwimmbad an 360 Tagen im Jahr von 6 bis 21 Uhr geöffnet ist.

Im Mombach-Bad an der Krefelder Straße in der Neckarvorstadt finden die meisten Kurse und Trainingszeiten des SVC statt, außerdem gibt es Angebote im Stadtbad Bad Cannstatt sowie im Inselbad. Das Angebot reicht vom Anfängerschwimmkurs über Aqua Jogging und Wassergymnastik bis hin zu Kursen speziell für übergewichtige Kinder und Frauen und Leistungssport: Die Wasserballer des SVC spielen in der ersten Bundesliga sowie in allen Ligen des Landes und die Schwimmer aus dem Jugendbereich erreichen regelmäßig gute Platzierungen bei internationalen Wettkämpfen, wie zuletzt bei der Weltmeisterschaft im Juni in Italien.

Der Nachwuchs steht im Mittelpunkt

Den Erfolg des Vereins führt Köninger auf zweierlei zurück: „Sportliche Erfolge machen einen Verein natürlich attraktiv. Ebenso wichtig sind aber auch vielfältige Angebote unter freundlicher, fachkundiger Anleitung.“ Etwa 90 Prozent der Mitglieder seien Breitensportler, zehn Prozent Leistungssportler. Die Übergänge seien fließend: „Wenn einem Übungsleiter ein talentiertes Kind auffällt, spricht er mit dem Kind und den Eltern über eine mögliche spezielle Förderung“, sagt Köninger. Ziel des SVC sei, den sportlichen Nachwuchs selbst auszubilden.

Die Nachwuchsarbeit in der vereinseigenen Kinderschwimmschule diene aber nicht nur der Talentsuche, sondern in erster Linie und vor allem dem Schwimmenlernen, betont die Geschäftsführerin. „Wir wollen Kindern und jugendlichen sportliche Grundfertigkeiten vermitteln, Bewegungsdefizite ausgleichen, Talente fördern und Sozialerfahrungen ermöglichen.“ Voraussetzung dafür sei, sich angstfrei und sicher im Wasser bewegen zu können. „Pro Trimester besuchen rund 300 Kinder ab dreieinhalb Jahren unsere Anfängerkurse.“ Dazu kommen jährlich rund 12 000 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Schulen, die im Mombach-Bad Schwimmunterricht haben. Das sportliche Angebot des Vereins beschränkt sich aber nicht nur auf Angebote im Wasser. Auch Bauch-Beine-Po- und Aerobic-Kurse, Rücken- und Wirbelsäulengymnastik sowie Pilates und Yoga sind für Mitglieder und Nichtmitglieder des SVC im Angebot.

Langfristig schwebt Köninger etwa die Einrichtung eines kleinen Bewegungszentrums vor. Noch sei dies aber Zukunftsmusik: Nach der dringend notwendigen, umfangreichen Sanierung des Mombach-Bads im Jahr 2010 sei finanziell im Moment nicht an eine derartige Investition zu denken. „Im Moment liegt unser Fokus darauf, unser sportliches Niveau zu halten“, sagt Regine Köninger.

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