Die Katzenhilfe kümmert sich um verwilderte Tiere in und um Stuttgart. Foto: z

Die Katzenhilfe feiert am Samstag ihr 33-jähriges Bestehen mit einem Katzentag.

Vaihingen - Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, dass verwilderte Katzen draußen allein überleben könnten, sagt Andreas Fechtner. Er ist der Vorsitzende der Katzenhilfe Stuttgart. „Bei den Streunenden handelt es sich meist um die Nachkommen normaler Hauskatzen. Sie können sich allein nicht voll versorgen. Sie brauchen uns“, sagt Fechtner. So haben das auch die rund 20 Frauen und Männer gesehen, die 1979 bei einem Stammtisch beschlossen, einen Verein zu gründen. Mittlerweile hat dieser 730 Mitglieder. Sie kümmern sich derzeit um etwa 450 Katzen an 25 Futterstellen in Stuttgart und der Region.

Meist werden die Mitglieder der Katzenhilfe von aufmerksamen Bürgern über verwilderte Katzen informiert. „Man erkennt die Tiere daran, dass sie ungepflegt aussehen und einem auf der Suche nach Futter nachlaufen“, sagt Andreas Fechtner.

Katzenhilfe bei Wind und Wetter

Wenn bei der Katzenhilfe ein Anruf eingeht, rücken er und seine Mitstreiter mit Fallen aus, um die Samtpfoten einzufangen. Dann kommen sie zum Tierarzt, wo sie untersucht werden. Wenn es den kleinen Tigern gut geht, werden sie kastriert und tätowiert und damit registriert. Dann werden die Katzen wieder ausgewildert – und zwar an einem Platz, an dem sie gute Bedingungen vorfinden, beispielsweise auf einem Bauernhof. Doch die Tiere werden nicht sich selbst überlassen. „Wir schauen täglich nach den Katzen – bei Wind und Wetter“, sagt Fechtner.

Wenn die Tiere in einem schlechten Zustand sind, kommen sie zunächst zu einer Pflegestelle. Das sind Katzenfreunde, welche die kleinen Tiger ein wenig aufpäppeln. Manch einer wird in dieser Zeit zahm und kann dann vielleicht an eine Familie vermittelt werden. „Das ist allerdings die Ausnahme“, muss Fechtner zugeben.

Dass der Verein die Katzen kastrieren lässt, bringt ihm hin und wieder auch Kritik ein. Dann manchmal erwischen die Ehrenamtlichen auch ein Tier, das doch noch ein Frauchen oder Herrchen hat. „Die Besitzer sind dann nicht unbedingt begeistert“, räumt Fechtner ein. Nichts desto trotz sieht er die Kastration der Tiere als einzigen Weg, um die Zahl der Streuner einzudämmen. Eine Katze kann bis zu dreimal im Jahr Junge bekommen. Wenn der letzte Wurf geboren ist, ist der erste schon wieder geschlechtsreif. So steigt die Zahl der Tiere rasant an, erklärt Fechtner das Problem.

Kastrationsverordnung gegen „südeuropäische Verhältnisse“

Darum setzt sich die Katzenhilfe schon seit Jahren für eine Kastrationsverordnung ein. In manchen deutschen Städten gibt es eine solche schon. „In Stuttgart hat es das Thema bislang aber noch nicht einmal auf die Tagesordnung des Gemeinderats geschafft“, moniert Andreas Fechtner. Die Politik würde es sich zu einfach machen. „Wenn wir uns nicht um die Katzen kümmern würden, hätten wir schon bald südeuropäische Verhältnisse“, warnt der Vereinsvorsitzende. Darunter würden dann vor allem die Tiere leiden, weil das Futter immer knapper werden würde

Doch bis der Verein sein Ziel erreicht hat und in Stuttgart eine Kastrationsverordnung für Katzen verabschiedet wird, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Für die nahe Zukunft stehen daher andere Projekte an. So feiert der Verein am Samstag, 11. August, von 13 bis 17 Uhr sein 33-jähriges Bestehen mit einem Katzentag im evangelischen Gemeindezentrum an der Bockelstraße 125 A in Heumaden.

KATZENHILFE STUTTGART

Anschrift: Schloßbergstraße 1, 70569 Stuttgart
Telefon: 0711 / 68 30 29
Mail: kontakt@katzenhilfe-stuttgart.de
Homepage: www.katzenhilfe-stuttgart.de
Vorsitzender: Andreas Fechtner
Gründungsjahr: 1979
Mitgliederzahl: 730

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