Noch ist für den Vorsitzenden Volker Blanke und die Schriftführerin Sabrina Pallas Ruhe angesagt. Erst am 6. Januar schlüpfen die Hörnleshasa in die Hasenkluft. Foto: Leonie Hemminger

Die Narrenzunft Weilemer Hörnleshasa hat das Motto „Jedem zur Freud’, keinem zum Leid“.

Weilimdorf - Kein Ohr gleicht dem anderen. Denn jeder Has’ hat ein etwas anderes Häs, zumindest was die Form der Löffel betrifft. Einmal keck nach innen gerichtet, mal ein krummes und ein gerades Ohr – sämtliche Varianten sind unter den Hästrägern der Weilemer Hörnleshasa vertreten. Ansonsten gleicht ein Narr dem anderen: braunes Kuschelfell samt Stummelschwänzchen, Schellen und für jeden eine knallorangene Möhre. Wichtigstes Kennzeichen der Weilimdorfer Narrenzunft sind aber die Hörner, die gleich neben den Schlappohren in die Höhe ragen und dem Verein seinen Namen gegeben haben.

„Eine Narrenzunft muss etwas mit dem örtlichen Brauchtum zu tun haben“, erklärt Volker Blanke, der im Mai zusammen mit Kristine Ihl den Vorsitz übernommen hat. Der Brauchtumausschuss des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine (LWK) prüfe, ob ein neu gegründeter Verein den Vorgaben entspricht.

Das Häs beruht auf einer Legende

Im Fall der Weilimdorfer Narrenzunft war der örtliche Bezug schnell gefunden, denn eine Legende erzählt vom Bauer Gerlach, der einst in der Krummen Gasse, der heutigen Dachtler­straße, gelebt haben soll. Bei einem Spaziergang auf seinem Acker erspähte er einen Feldhasen, der seine Löffel spitzte. Soweit nichts besonderes, doch der Bauer meinte, zwischen den Ohren kleine Hörner gesehen zu haben. Der Vorfall war schnell in aller Munde, und der Spottname „Hörnleshas“ für die Weil­imdorfer Einwohner war geboren.

Gegründet wurde der Verein 2005 von den ehemaligen Vorsitzenden Gert Muster und Harald Joos, die genau wie viele andere Hörnleshasa aus Korntal kommen. Da Weil­imdorf ohnehin Treffpunkt vieler Gründungsmitglieder und dort noch keine Narrenzunft ansässig war, wurde der Stuttgarter Bezirk zum Vereinsstammsitz erkoren. Bereut haben die Zunfthasen das nicht, denn „wir kommen bei den Weilimdorfern gut an“, meint Volker Blanke. Sowohl der Rathaussturm als auch die Hasanacht in der Lindenhalle ziehe viel Publikum an. „Wir haben von Anfang an gesagt, wir müssen gucken, dass wir die Weile­mer kriegen“, sagt die Schriftführerin Sabrina Pallas. Ein Weilimdorfer Verein, der nur aus Kornalter Mitgliedern bestehe, mache schließlich keinen Sinn.

Die Kampagne beginnt am 6. Januar

Während die rheinischen Karnevalsvereine bereits am 11.11. um 11.11 Uhr ihre jecke Zeit eingeläutet haben, ist für die schwäbisch-alemannische Zunft vorerst noch Ruhe angesagt. Selbst wenn die Männerballettgruppe der Hörnleshasa im November oder Dezember bei einigen befreundeten Karnevalsvereinen auftritt – das Tragen der Hasenkluft ist bis 6. Januar noch streng verboten. Erst dann beginnt für die schwäbisch-alemannischen Narren mit dem Häsabstauben die Fasnet. In der anschließenden Kampagne, die bis Aschermittwoch andauert, sind die Hörnleshasa jedes Wochenende auf Umzügen im Umland unterwegs. „Wir gucken, dass wir jedes Jahr woanders hinfahren“, sagt Volker Blanke. Da die Kampagne dieses Jahr nur fünf Wochen dauert, müsse das Programm stark zusammengestrichen werden – zum Bedauern der Mitglieder.

Doch auch nach dem Heringsessen und der Geldbeutelwäsche, mit dem die närrische Zeit Jahr für Jahr beendet wird, werden die Vereinsaktivitäten nicht auf Eis gelegt. Spätestens nach einem Monat Pause treffen sich die Mitglieder wieder jeden Monat zum Stammtisch, im Mai gibt es einen dreitägigen Ausflug, es wird zusammen gewandert und gegrillt. „Damit der Zusammenhalt weiter da ist“, sagt Schriftführerin Sabrina Pallas. Künftig soll es auch noch mehr Veranstaltungen für die derzeit 14 Kinder im Verein geben. „Wir hoffen, dass wir weitere Mitglieder gewinnen können.“Jeder sei willkommen, einfach mal vorbeizuschauen.

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