Eine Schneise in der Alblandschaft – das Baufeld des Steinbühltunnel an der Autoban 8 nahe der Gemeinde Hohenstadt. Foto: Bahn/Armin Kilgus

Auf der Alb feierte die Bahn vergangene Woche den Durchschlag für den Steinbühltunnel. Dabei gab es Misstöne. Landwirte warten seit Jahren auf Entschädigung. Ein Streitfall wurde zu Gunsten eines Bauern vor Gericht geklärt.

Stuttgart/Hohenstadt - In einem gerichtlichen Vergleich haben sich ein Landwirt aus Hohenstadt (Kreis Göppingen) und die Bahn auf eine nahezu sechsstellige Entschädigung geeinigt. Angeboten wurde dem Mann ursprünglich nur eine kleine Summe dafür, dass auf seinem Acker Aushub aus einer Tunnelbaustelle für die ICE-Schnellfahrstrecke von Stuttgart nach Ulm deponiert werden darf. Das ließ der Bauer nicht auf sich sitzen, klagte beim Landgericht und erhält nun die 25-fache Summe.

Fünf weitere Landwirte sind von den Bauarbeiten betroffen, insgesamt muss die Bahn mit 40 Eigentümern einig werden. Das Gelände liegt an der A 8. Die Bahn legt hier dauerhaft und kostengünstig rund 900 000 Kubikmeter Tunnelausbruch ab.

Hohenstadts Bürgermeister Günter Riebort kritisiert weitere Flächenbegehrlichkeiten der Bahn. Seine Gemeinde liegt ohnehin schon mit der Bahn im Streit und will zwischen 50 000 und 100 000 Euro Entschädigung für bereits verlorene Flächen. Man habe mit einer Unterschrift unter die Verträge der Bahn den Weg zum Bauen frei gemacht, nun, wo es um die Entschädigung gehe, würde die Gemeinde hingehalten. Zum Festakt der Bahn für den Tunnel sollen Hohenstadts Bürger noch nicht einmal eingeladen gewesen sein.

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