In dem Twitter-Beitrag des ehemaligen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann finden sich einige Spitzen im Bezug auf das unvorsichtige Verhalten der Deutschen bei nicht alltäglicher Wetterlage. Foto: dpa

Der Meteorologe Jörg Kachelmann postet auf Twitter einen Beitrag, in dem er das leichtfertige Verhalten vieler Deutscher bei extremen Wetterlagen bissig kommentiert.

Stuttgart - Das Sturmtief „Burglind“ fegt über Deutschland hinweg – und überraschte am Mittwochmorgen offenbar viele Menschen in Deutschland. Das nahm der ehemaligen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann zum Anlass, im Internet das Verhalten der Deutschen bei ungewohnter Wetterlage auf sehr bissige Art zu kommentieren: In seinem Beitrag mit dem Titel „Überleben am 3. Januar im Westen und Süden – Die deppensichere Fibel“ zieht der Meteorologe vom Leder – und spaltet damit die Netzgemeinde.

Hier geht es zu unserem Newsblog rund um das Sturmtief „Burglind“.

Laut Kachelmann würden sich die Deutschen in extremen Wettersituationen, wie aktuell bei dem Sturmtief „Burglind“, zu leichtfertig verhalten und damit sich selbst unnötig in Gefahr bringen. „Wenn irgendwo auf der Welt jemand in einem Hochwasser, unter einer Lawine, in einem Erdrutsch oder von einem Baum erschlagen werdend stirbt, ist es fast immer in Deutscher“, schreibt er einleitend in seinem recht zynisch klingenden Twitterpost.

In seinem Text spricht Kachelmann weiter von mangelnder Eigenverantwortung der Deutschen und dem „Anspruch, dass der Staat Tag und Nacht dazu da ist, Sie zu schützen und zu entschädigen, wenn was passiert. Denn Sie zahlen ja gerne Steuern [...].“ Damit hätten die Deutschen dann automatisch auch einen Anspruch auf „Waldspaziergänge und Alleenbummeln bei Orkan“.

Zudem würden die Deutschen die Vorzeichen extremer Wetterlagen, wie brechende Äste, tiefschwarze Wolkenbahnen und plötzlich aufkommende Nebelbänke, missachten und sich in Gefahrensituationen falsch verhalten. „Sonst gäbe es keine Aquaplaning-Unfälle, wo Sie mit 200 in diesen geheimnisvollen Regenvorhang hineinfahren und dann bremsen, wenn alle bremsen und es am dümmsten ist, Sie sind auch nicht in der Lage, Nebel vorherzusehen, wenn Sie plötzlich die Lichter des Vordermanns nicht mehr sehen, könnte ja auch bedeuten, dass gerade die Aliens ihn hochgebeamt haben und so fahren Sie mit 100 in die Nebelbank und bremsen...ja, haben andere auch schon. Wenn es am dümmsten ist“, schreibt Kachelmann

Zum Schluss folgt eine Anweisung Kachelmanns, um den Tag trotz des Sturmtiefs „Burglind“ zu überleben: Man sollte sein eigenes Schicksal einfach proaktiv selbst in die Hand zu nehmen. „Sie müssen sich also nur wenige Minuten konzentrieren, um zu überleben. Stellen Sie sich kurz vor, Sie wären kein Deutscher. Niemand, der immer glaubt, dass immer andere zuständig sind, wenns ihm schlecht geht.“

Auf den Tweet Kachelmanns reagierten einige Nutzer der Kurznachrichtenplattform Twitter empört:

Die Mehrheit der Nutzer stimmt dem Meteorologen in ihren Kommentaren unter Kachelmanns Tweet jedoch zu:

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: