Infolge der Digitalisierung wird die Rolle der „Cyber Security“ – also auch der Schutz vor Hackerangriffen – für die Unternehmen im Land immer wichtiger. Auch mittelständische Unternehmen investieren immer mehr Geld in den Schutz ihrer IT-Infrastruktur (im Bild ein Stand auf der Cebit in Hannover). Foto: dpa

Mittelständische Unternehmen im Land werden bei der Digitalisierung auch in den kommenden fünf Jahren den Abstand zu den Großunternehmen nicht aufholen können. Doch es gibt auch ermutigende Signale.

Stuttgart - Die mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg werden bei der Digitalisierung auch in den kommenden fünf Jahren den Abstand zu den Großunternehmen nicht aufholen. Das ist das Ergebnis des Wirtschaftsindex Digital von Kantar TNS und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW), den das Wirtschaftsministerium des Landes in Auftrag gegeben hat. Demnach nimmt die Digitalisierung der Großunternehmen, die derzeit bei 54 von 100 maximalen Punkten liegt, Fahrt auf und soll 2022 dann 60 Punkte erreichen. Die mittelständischen Unternehmen hinken aber weiterhin den Großunternehmen nicht nur hinterher – der Abstand wird sich noch vergrößern. Er soll von derzeit 52 nur auf 54 Punkte binnen fünf Jahren steigen.

„Der Mittelstand muss zum Treiber der digitalen Transformation werden“, sagte Tobias Weber von Kantar TNS. In der künftigen Digitalpolitik „sollte ein besonderer Fokus“ darauf liegen, den Digitalisierungsgrad mittelständischer Firmen zu steigern. Das stellte auch Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut in Aussicht. „Der Report zeigt uns, dass wir nachlegen müssen, um der Digitaliserung unserer Wirtschaft noch mehr Tempo zu verleihen – insbesondere im Mittelstand.“

Das Land liegt bei der Digitalisierung über dem Bundesschnitt

Im Bundesvergleich ist die Wirtschaft in Baden-Württemberg bei der Umstellung auf das digitale Zeitalter mit einem Indexpunkt geringfügig besser aufgestellt. Das Land werde diesen Vorsprung auch bis 2022 halten, heißt es.

Dabei ist die Informations- und Telekommunikationsbranche mit 74 von 100 möglichen Punkten am stärksten digitalisiert. Die Kreativwirtschaft (62 Punkte), die wissensintensiven Dienstleister (61 Punkte), die Finanz- und Versicherungsdienstleister (61 Punkte) und der Handel (55 Punkte) liegen ebenfalls über dem Schnitt. Am schwächsten schneiden das Gastgewerbe (41 Punkte) und das Handwerk (38 Punkte) ab. Der Maschinen- und Fahrzeugbau (50 Punkte) werde in puncto Digitalisierung in den kommenden Jahren am stärksten aufholen, heißt es.

Laut Studie glauben 90 Prozent der befragten Unternehmen im Land, dass infolge der Digitalisierung die IT-Sicherheit eine immer größere Rolle spielt. „Die derzeit stattfindende digitale Vernetzung und der zunehmende Austausch von Daten machen die IT-Infrastruktur von Unternehmen angreifbar“, sagte Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs Digitale Ökonomie am ZEW. „Damit ist die IT-Sicherheit die Achillesferse des Digitalen Wandels.“

Hackerangriffe und komplexe IT-Systeme gelten als größte Sicherheitsrisiken

Als größte Risiken sehen die Firmen Hackerangriffe und die zunehmende Komplexität der IT-Systeme, die es erschwere, Sicherheitslücken zu identifizieren und die immer wieder neu auftretenden Schwachstellen zu schließen. Auch fehlerhafte Hard- und Software und der wachsende Datenaustausch gelten als großes Risiko. Inzwischen gebe fast ein Viertel der Unternehmen mehr als fünf Prozent des IT-Budgets für die IT-Sicherheit aus. Die gängigsten Vorsorgemaßnahmen sind der Schutz der Systeme durch Passwörter und die Verschlüsselung von Daten.

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