Die Sportvereine musste ihre Anlagen wochenlang schließen. Foto: Baumann

Eigentlich sollte der Sport zehn Millionen Euro für einen Hilfsfonds vom Land bekommen. Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) sagt nein: Jetzt sollen sechs Millionen Euro für in Not geratene Jugendherbergen abgezweigt werden. Das könnte Ärger geben.

Stuttgart - Eigentlich schien alles geregelt: An diesem Dienstag sollte im Kabinett der grün-schwarzen Landesregierung der Corona-Hilfsfonds für die Sportverbände und -vereine in Baden-Württemberg abgesegnet werden. Jetzt droht Ärger. Denn so wie die Dinge liegen, bekommt der Sport nur vier statt der geplanten zehn Millionen Euro.

Sechs Millionen Euro weniger

Das von der Grünen-Politikerin Edith Sitzmann geführte Finanzministerium hat sich nach Informationen unserer Zeitung geweigert, den Nothilfefonds in diesem Umfang mitzutragen. Das für den Sport zuständige Kultusministerium von Susanne Eisenmann (CDU) bestätigte den Vorgang auf Anfrage. Von den zehn Millionen Euro, die für den Sport vorgesehen waren, möchte das Finanzministerium sechs Millionen Euro für die Unterstützung der Jugendherbergen im Land abzweigen.

„Verheerendes Signal“

„Das wäre ein verheerendes Signal der Politik in Richtung Sport“, sagt Elvira Menzer-Haasis, Präsidentin des Landessportverbandes Baden-Württemberg. „Natürlich brauchen auch die Jugendherbergen Hilfe, aber dass dieses Geld beim Sport abgezogen wird, davon war nie die Rede.“ Andreas Felchle, Präsident des Württembergischen Sportbunds (WLSB), hatte zuletzt vom „Kampf ums nackte Überleben“ vieler Clubs gesprochen. In Baden-Württemberg gibt es 11 325 Sportvereine mit 3,7 Millionen Mitgliedern. 40 Millionen Euro an Corona-Hilfen waren für Vereine außerhalb des Sports in der Planung.

Kritik von Eisenmann

Susanne Eisenmann bestätigte, dass ihr Ministerium sechs Millionen Euro für die Jugendherbergen beantragt habe. Allerdings zusätzlich zu den Mitteln für den Sport. „Ich bin sehr verwundert darüber, dass die Finanzministerin das konsentierte Ergebnis der Haushaltskommission urplötzlich infrage stellt und unsere Sportvereine und unsere Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg zappeln lässt“, sagte die CDU-Politikerin.

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