In den Kaufland-Filialen werden in Zukunft einige Produkte nicht mehr in den Einkaufswagen kommen (Symbolbild). Foto: dpa

Der Streit zwischen Kaufland und dem Konsumgüter-Produzenten Unilever ist eskaliert. Die Supermarktkette schmeißt diverse Produkte aus dem Sortiment.

Neckarsulm - In dem seit Monaten schwelenden Streit mit dem Lebensmittel-Giganten Unilever greift die Handelskette Kaufland zu ungewöhnlich drastischen Maßnahmen. „Zum 31. Dezember beendet Kaufland die Jahrzehnte langen Geschäftsbeziehungen zu Unilever in Deutschland“, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Damit dürften schon bald bekannte Marken aus dem Unilever-Portfolio wie Knorr, Mondamin, Pfanni, Dove, Duschdas und Signal aus den Regalen des Unternehmens verschwinden. Lediglich einige ausgewählte Eissorten aus dem Unilever-Angebot will die Kette weiter verkaufen. Zuvor hatten die „Lebensmittel Zeitung“ und das „Handelsblatt“ darüber berichtet.

Kaufland begründete den Schritt unter anderem mit der Forderung von Unilever nach einem drastischen Preisaufschlag. Dies hätte „zu erheblichen Erhöhungen der Verkaufspreise geführt, die über marktübliche Preise hinausgegangen wären“, klagte Kaufland.

Der Konflikt dauert schon seit Mai an

Der Konflikt zwischen der Handelskette und dem Konsumgüterriesen dauert schon seit Mai an. Zwischenzeitlich hatte Kaufland bereits zahlreiche Unilever-Produkte aus den Regalen genommen und durch andere Markenprodukte oder Eigenmarken-Angebote ersetzt.

Von Unilever war zunächst keine Stellungnahme zu dem Schritt zu erhalten. Die „Lebensmittel Zeitung“ berichtete aber unter Berufung auf informierte Kreise, dass das Unternehmen den Bruch in Kauf genommen habe, weil der Händler in Deutschland nicht mehr die Wachstumsraten früherer Jahre aufweise, aber trotzdem jedes Jahr bessere Konditionen einfordere. Das habe ihn zu einem teuren Kunden gemacht.

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