Die Bahnen der SSB bleiben heute im Depot. Foto: dpa/Marijan Murat

Am Dienstag bewegen sich die Stadtbahnen und viele Busse in Stuttgart nicht vom Fleck. Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik aufgerufen. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Stuttgart - Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik im öffentlichen Dienst aufgerufen. Am Dienstag, 29. September, trifft es die Fahrgäste der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SBB). Alles Wissenswerte im Überblick:

Welche Verkehrsmittel sind vom Streik betroffen?

Verdi hat für Dienstag einen ganztägigen Warnstreik bei der SSB und beim Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) angekündigt. Betroffen sind also alle Stadtbahnen in Stuttgart (U1 bis U34) und viele SSB-Busse. Ebenfalls bestreikt werden sollen die Zahnradbahn und die Seilbahn in Stuttgart.

Welche Alternativen gibt es, um von A nach B zu kommen?

Die S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht vom Streikaufruf betroffen. Wenn es vom Streckenverlauf passt, kann also auf diese ausgewichen werden. Die elektronische Fahrplanauskunft des VVS finden Sie unter diesem Link. Der VVS empfiehlt Fahrgästen, zu prüfen, ob es möglich ist, auf eine nicht vom Streik betroffene Nebenbahn umzusteigen. Das ist beispielsweise die Schönbuchbahn, Wieslauftalbahn, Strohgäubahn oder Tälesbahn.

Auch Carsharing-Angebote, Mietroller sowie Taxiunternehmen in Stuttgart sind nicht von der Arbeitsniederlegung betroffen. Wer einen guten Kontakt zu seinen Kollegen pflegt, könnte mit diesen spontane Fahrgemeinschaften bilden. Im Einzelfall können Pendler möglicherweise in Absprache mit ihren Vorgesetzten einen Tag im Homeoffice vereinbaren. Bei kürzeren Entfernungen könnte der Stillstand im öffentlichen Nahverkehr womöglich mit dem Fahrrad umradelt werden.

Welche Buslinien sind nicht vom Streikaufruf betroffen?

Folgende Linien fahren planmäßig, weil es sich hierbei um Busse von Privatunternehmen handelt, die im Auftrag der SSB fahren:

53 Mühlhausen – Zuffenhausen

54 Freiberg – Neugereut

58 Schmiden – Obere Ziegelei

60 Oeffingen – Untertürkheim

64 Stelle – Frauenkopf

66 Kühwasen – Geschwister-Scholl-Gymnasium

73 Degerloch – Neuhausen

90 Korntal – Giebel

Beim Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) werden die Busse bestreikt, die normalerweise im Stadtgebiet Esslingen und im Filderbereich fahren. Busse, die im Auftrag vom SVE von Privatunternehmen gefahren werden, sind planmäßig unterwegs, das sind folgende Linien:

102 Zell – Mettingen (einzelne Fahrten)

103 Zell – Hedelfingen (einzelne Fahrten finden statt)

104 Esslingen – Deizisau

108 Esslingen – Jägerhaus

110 Esslingen – Wäldenbronn

112 Esslingen – Dulkhäusle

115 Esslingen – Zell

132 Oberesslingen – Rüdern

138 Jägerhaus – Berkheim

Ist das VVS-Ticket auch auf anderen Strecken gültig?

Auf seiner Homepage informiert der VVS über eine Sonderregelung für Dienstag: „Aufgrund des Streiks dürfen Fahrgäste, die mit gültigem VVS-Ticket unterwegs sind, ohne Aufpreis alternative Fahrstrecken nutzen, auch wenn sie über andere oder mehr Zonen führen, als auf dem Ticket stehen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es: „Außerdem dürfen zeitlich begrenzte Tickets im Streikfall schon früher genutzt werden, zum Beispiel bereits vor 9 Uhr.“ Da die SSB zum VVS gehört, gilt dasselbe für die SSB-Tickets.

Sind die Kundenzentren der SSB und die Fundstelle geöffnet?

Am Dienstag bleibt auch die Fundstelle der SSB geschlossen. Die Kundenzentren der SSB am Charlottenplatz, Rotebühlplatz und Hauptbahnhof werden ebenfalls bestreikt und daher geschlossen sein. Das teilt der VVS auf seiner Homepage mit. Der SSB-Telefonservice könnte ebenfalls vom Streik betroffen sein. In diesem Fall sollen sich Fahrgäste stattdessen an die Mitarbeiter des VVS-Callcenters unter der Rufnummer 0711/19449 wenden, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar sind. Die Reisezentren der Deutschen Bahn sind nicht vom Streik betroffen und stehen Kunden am Dienstag wie gewohnt zur Verfügung.

Warum wird gestreikt?

Die Gewerkschaft Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, mindestens aber eine Anhebung der Einkommen um 150 Euro im Monat. Gefordert werden für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg außerdem Entlastungstage, bessere Überstundenregelungen sowie die Anhebung des Urlaubsgeldes. Der Warnstreik soll den Forderungen Nachdruck verleihen.

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