Das Folklore-Ensemble der katalanischen Partnermusikschule begeistert mit traditionellen Tänzen.. Foto:  

Beim internationalen Festival der Straßenmusik der Göppinger Jugendmusikschule in der Fußgängerzone treffen musikalische Welten aufeinander. Dem Publikum hat es gefallen und den mehr als 1000 Mitwirkenden auch.

Göppingen - Größer könnte der Kontrast kaum sein. Vor dem Göppinger Rathaus dröhnt ein anarchisch-wilder Rhythmus zum Hip-Hop-Tanz der Gruppe Flawless aus den Lautsprechern. Nicht weit davon entfernt erklingt Mozart, gespielt von drei Violinistinnen und einer Cellistin, alle Schülerinnen der Jugendmusikschule, während Kirsten Segler mit geschulter Stimme den Johnny-Nash-Titel „The Rain Is Gone“ aus den Siebziger Jahren auf dem Kornhausplatz interpretiert. Das Internationale Festival der Straßenmusik, das die Jugendmusikschule zusammen mit der Integrationsbeauftragten der Stadt, Dragica Horvat, interkulturellen Vereinen und Folkloregruppen alle zwei Jahre in der Fußgängerzone ausrichtet, hält, was es verspricht: Es ist international, und umfasst musikalische Richtungen von Klassik über Jazz bis zu Folklore und Pop.

Mehr als 1000 Musikschüler sind dabei

Fast alle Plätze in der Innenstadt sind an diesem Samstag eine Bühne für mehr als 1000 Jugendmusikschüler sowie verschiedene Folklore- und Tanzgruppen. Während auf dem Spital- und dem Schlossplatz schon gegen 13, respektive 15 Uhr Schluss ist, treten die Musiker und Tänzer auf dem Marktplatz bis 17 Uhr im Zehn- bis 20-Minuten-Takt auf, und auf dem Kornhausplatz reichen sich bis zu dieser Stunde 16 Sängerinnen und Sänger das Mikrofon. Ihre Gesangslehrerin Mareike Nickel begleitet sie am Keyboard. Sie findet es schön, den etwas abgelegenen Kornhausplatz zugewiesen bekommen zu haben. Die Sänger könnten so in aller Ruhe Erfahrungen bei Auftritten vor Publikum sammeln.

Für ein Festival wie dieses seien die Göppinger Plätze ideal, findet Martin Gunkel, der Leiter der Jugendmusikschule. Für die Schüler sei es schön, in diesem lockeren Rahmen spielen zu dürfen. Dass die Kinder und Jugendlichen das Festival mögen, bemerkt Gunkel in der Regel schon Wochen vor dem Festival. „Da üben alle fleißig.“ Auch eine Delegation mit Schülern der katalanischen Partnermusikschule Estudi Teresa Maria aus Premia de Mar bei Barcelona hat einiges auf sich genommen, um dabei zu sein. „Sie sind 17 Stunden mit dem Bus angereist“, erzählt Gunkel. Jetzt warten die Mädchen aufgeregt in ihren schönen bunten Trachten auf ihren Auftritt.

Südliches Flair unter grauem Himmel

Während vor allem die Folkloregruppen südliches Flair auf den Marktplatz zaubern, zeigt sich das Wetter typisch deutsch. Die Farbe des Himmels changiert zwischen dunkel- und hellgrau. Martin Gunkel blickt deshalb immer wieder sorgenvoll nach oben. Doch nach einer kurzen Unterbrechung des Programms am Vormittag, weil es wie aus Kübeln schüttete, hält der Himmel bis in die frühen Nachmittagsstunden hinein dicht, so dass das Publikum den zarten Klängen des Harfenorchesters lauschen kann. Doch dann schiebt sich eine dunkelgraue Wolkenwand von Süden heran. „Wenn die philippinische Tanzgruppe auftritt, dann regnet es jedes Mal“, sagt Gunkel. Doch dieses Mal haben die acht Frauen in ihren farbenfrohen Kleidern Glück. Es bleibt trocken. Irgendwann regnet es dann doch wieder. Das Publikum auf dem Marktplatz nimmt es gelassen und greift einfach zum Schirm.

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