Seit 20 Jahren hat Harald Wohlfahrt im Restaurant-Führer Michelin drei Sterne. Noch kein Koch in Deutschland konnte sich zwei Jahrzehnte lang ununterbrochen in der kulinarischen Weltspitze halten. Foto: dpa

Der Südwesten behauptet souverän seinen Platz als Land der Genießer und der Spitzenköche.

Baiersbronn - Baden-Württemberg behauptet souverän seinen Platz als Land der Genießer und der Spitzenköche. Der Restaurantführer „Michelin“ zeichnet in diesem Jahr zwar keine weiteren Restaurants im Südwesten mit zwei oder drei Sternen aus, allerdings hat auch keines der alten Gourmet-Restaurants Sterne verloren. Damit bleibt es dabei: In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Sterne-Restaurants. Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) ist wieder der einzige Ort in Deutschland mit zwei Drei-Sterne-Häusern.

Bergisch-Gladbach verliert Stern

Bislang musste sich die Schwarzwald-Gemeinde diesen Titel mit dem nordrhein-westfälischen Bergisch-Gladbach teilen. Doch dort verlor eines der Restaurants seinen dritten Stern. Und eine weitere Ehre für Baiersbronn: Harald Wohlfahrt, der Küchenchef der „Schwarzwaldstube“ im Hotel „Traube Tonbach“, bekommt seine drei Sterne im 20. Jahr in Folge verliehen. Er ist damit der erste Koch in Deutschland, der sich so lang in der kulinarischen Weltspitze halten konnte.

58 Sterne-Restaurants

Insgesamt gibt es im Südwesten jetzt 58 Sterne-Restaurants. Dahinter folgen abgeschlagen Bayern mit 40 und Nordrhein-Westfalen mit 38. Vier Restaurants dürfen sich in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem Stern schmücken: Die „Backnanger Stuben“ in Backang (Rems-Murr-Kreis), „Die Ente“ in Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis), das Restaurant „Ophelia“ in Konstanz und „Walk'sches Haus“ in Weingarten (Landkreis Karlsruhe).

Bundesweit stieg die Zahl der Sterne-Restaurants von 237 auf 249. Auch die Gruppe der Restaurants, die sorgfältig zubereitete preiswerte Mahlzeiten anbieten, vergrößerte sich von 386 auf 431. „Wir haben eine goldene Generation von jungen Köchen mit Top-Ausbildung, die ehrgeizige Ziele verfolgen“, sagte der Chefredakteur der roten Gourmet-Bibel, Ralf Flinkenflügel, der dpa. „Viele haben eine eigene Handschrift entwickelt, kochen sehr technisch, ohne aber den Geschmack oder die Harmonie ihrer Gerichte zu vernachlässigen.“ Im Trend der Spitzenköche liegen modernisierte regionale Rezepte und die nordische Küche. „Dabei wird Gemüse mehr und mehr in Szene und geschickter eingesetzt“, urteilt Flinkenflügel.

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