Wer bezieht im Steinenbronner Rathaus das Büro des Oberbürgermeisters? Darüber entscheiden die Bürger am 3. Mai. Foto: Thomas Krämer

Am 3. Mai wird in Steinenbronn ein neuer Bürgermeister gewählt. Die Bewerbungsfrist hat am Freitag begonnen und endet am 6. April um 18 Uhr. Von Kandidaten, die ihren Hut in den Ring werfen wollen, ist den Kommunalpolitikern in Steinenbronn offenbar bislang nichts bekannt.

Steinenbronn - Nachdem am Freitag im Staatsanzeiger die Ausschreibung der Bürgermeisterstelle in Steinenbronn veröffentlicht worden ist, haben alle, die Johann Singer als Rathauschef beerben wollen, nun bis Montag, 6. April, Zeit, ihre Bewerbungen bei der Gemeindeverwaltung einzureichen. Am 3. Mai dieses Jahres wird dann in Steinenbronn gewählt. Sollte im ersten Wahlgang kein Bewerber die absolute Mehrheit erringen, werden die Bürger am 17. Mai erneut zu den Urnen gerufen. Spätestens am Abend des 17. Mai werden die Steinenbronner also wissen, wer künftig die Geschicke der Gemeindeverwaltung lenkt.

Singer ist seit 1996 an der Verwaltungsspitze

Singer, der seit 1996 Verwaltungschef der Gemeinde am Rande des Schönbuchs ist, hatte Mitte 2019 erklärt, nicht erneut als Bürgermeister zu kandidieren. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, die Stellenausschreibung am Freitag, 17. Januar, im Staatsanzeiger zu veröffentlichen. Ursprünglich war eine Ausschreibung vier Wochen später geplant gewesen. Mehrere Gemeinderäte hatten jedoch angeregt, die Bewerbungszeit von knapp acht auf knapp zwölf Wochen zu verlängern. Sie hoffen, dass in dieser Zeit ausreichend viele Bewerber ihren Hut in den Ring werfen, damit die Bürger am Ende eine gute Auswahl haben. Vor dem Wochenende landete nach Auskunft aus dem Rathaus dort aber noch keine Bewerbung.

Aus den Reihen des Steinenbronner Gemeinderats scheint niemand Interesse zu haben, künftig auf dem Stuhl des nach 24 Jahren aus dem Amt scheidenden Schultes Platz zu nehmen. Auch haben die Fraktionen, so zumindest die offiziellen Stellungnahmen, alle keine intensive Suche nach einem Kandidaten in ihren politischen Lagern betrieben. „Umgeschaut haben wir uns natürlich, aber bisher war dies nicht erfolgreich“, sagt Gitta Obst, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Inzwischen kämen aber einzelne Personen auf die Fraktionen zu, um sich näher zu informieren.

Nicht das Parteibuch sei entscheidend

Frank Schweizer, Fraktionsvorsitzender der CDU, hat Ähnliches zu berichten. Es hätten zwar bereits potenzielle Interessenten für das Bürgermeisteramt den Kontakt zu ihm gesucht. „Aber im Moment ist es da eher ruhig“, sagt Frank Schweizer. Für ihn gehe es aber nicht ums Parteibuch, sondern darum, einen guten Verwaltungschef für Steinenbronn zu finden. „Ich finde daher, es muss keinen Alleingang einer Fraktion geben“, sagt der Christdemokrat.

Bei den Grünen sieht es nicht viel anders aus. Laut dem Fraktionsvorsitzenden Stefan Hauser wird sich aus den Reihen der Fraktion niemand als Bürgermeister bewerben, bisher sei ihm auch nichts von einem „externen grünen Bewerber“ bekannt. Und Dieter Menzel, Chef der SPD-Fraktion im Steinenbronner Gemeinderat, glaubt, dass sich vor Veröffentlichung der Ausschreibung auch ganz bewusst niemand aus der Deckung gewagt habe.

Hoffnung auf ein gutes Bewerberfeld

Menzel hofft, dass sich das nach dem Erscheinen der Ausschreibung schnell ändert und es am Ende ein gutes Bewerberfeld gibt. Um ein solches zu erhalten, habe man ja gezielt die Bewerbungsfrist „etwas länger gemacht“. Er persönlich hätte sich schon bei der vorigen Bürgermeisterwahl mehr Konkurrenz für Singer gewünscht als nur den parteilosen Kandidaten Reinhard Riesch, der als einziger Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen hatte und 32,10 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinte.

Möglicherweise wird sich der Agraringenieur Riesch erneut bewerben, nachdem sein Versuch, Bürgermeister in Gerlingen zu werden, am 1. Dezember gescheitert ist. Im Wettbewerb mit fünf weiteren Kandidaten stimmten nur 1,9 Prozent der Wähler für ihn. Der parteilose Kommunalberater Dirk Oestringer, der in Waiblingen geboren wurde und heute in Stuttgart lebt, schaffte stattdessen den Sprung an die Gerlinger Rathausspitze – mit 67,7 Prozent der gültigen Stimmen.

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