TVB-Linkshänder Robert Markotic wirft sisch schonmal warm. Foto: Baumann

Die Handball-Saison beginnt für den TVB Stuttgart am Wochenende – zum Warmlaufen im Pokal. Aber auch das wird kein Selbstläufer, warnt Trainer Jürgen Schweikardt. Dennoch ist ein Weiterkommen Pflicht.

Stuttgart - Der Pokal geht vor, daran lässt Jürgen Schweikardt keine Zweifel. Auch wenn am nächsten Donnerstag die Bundesliga – mit der Partie in Leipzig – in die neue Saison startet, will der Trainer und Geschäftsführer des TVB Stuttgart am Wochenende ein Zeichen setzen. „Wir sind Favorit und wollen weiterkommen“, sagt Schweikardt. Im Halbfinale am Samstag (20 Uhr) wartet beim Erstrundenturnier in Horkheim der starke Zweitligist DJK Wölfe Rimpar. „Das wird kein Selbstläufer“, weiß der Trainer

Zumal die Vorbereitung nicht gerade optimal lief. Zu Beginn gab es beim Marktplatzturnier in Esslingen eine deutliche 24:35-Klatsche gegen den Ligakonkurrenten VfL Gummersbach, beim Sparkassen-Cup zuletzt in Ehingen drei Niederlagen.

Torhüter Bitter wieder voll belastbar

Doch Schweikardt gibt zu bedenken: „Wir hatten viele gute Gegner – vielleicht zu viele.“ Für den Trainer war nur der Auftritt gegen Esbjerg (20:25) ein negativer Ausrutscher. Was aber damit zusammenhing, dass neben Dominik Weiß (Schulterprobleme) noch Michael Kraus (Außenbandanriss) ausfiel und damit die Durchschlagskraft aus dem Rückraum fehlte. Insgesamt entwickelte sich die linke Seite zur Sorgenzone, weil Max Häfner nach seiner Bandscheiben-OP noch nicht fit ist. Im Gegensatz zu Torhüter Johannes Bitter, der nach der gleichen Operation seit einer Woche wieder voll belastbar ist – ein Lichtblick.

Den braucht der TVB durchaus, schließlich soll im vierten Jahr der Bundesligazugehörigkeit der nächste Schritt vollzogen werden: Weg vom Abstiegskandidaten, ran ans Mittelfeld. „Den Anschluss wollen wir schaffen, das ist unser Ziel“, betont Schweikardt – ohne es an Punkten festmachen zu wollen. Aber mehr als in der vergangenen Saison (am Ende 20, Platz 14) sollten es sein. Schließlich gilt es mehr denn je, Zuschauer und Sponsoren bei der Stange zu halten. Der Verein hat seit dem Aufstieg seinen Etat mit vier Millionen Euro mehr als verdoppelt, da stoßen die Verantwortlichen schon mal an Grenzen. „Aber für mich ist es bereits ein Erfolg, dass wir unser Budget halten konnten“, sagt Schweikardt, der bis zur vergangenen Saison als alleiniger Geschäftsführer die wirtschaftlichen Geschicke geleitet hat. „Es war ja klar, dass wir die Wachstumsraten der ersten drei Jahre nicht halten können – sonst wären wir wahrscheinlich Klassenprimus.“

Ganz so weit ist es nicht. Im Gegenteil. Die Mannschaft muss sich in der Liga etablieren und beweisen, dass man mit dem TVB auch mittelfristig planen und die Mannschaft den Großen – zumindest zuhause – auch mal ein Bein stellen kann, wie etwa in der Vorsaison beim 24:24 gegen die Füchse Berlin. „Das alles geht nur über gute Leistungen“, sagt Schweikardt. Zwar hat der Verein bei etwa 1800 Dauerkarten ein Minus von rund 50 Besuchern zu verzeichnen, doch das hält sich im Rahmen und hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Verlegung des unbeliebten Sonntagmittagtermins von 12.30 Uhr auf jetzt 16 Uhr erst nach Ende der Vorverkaufsfrist publik wurde.

Generalprobe gelingt

Nach der Leipzig-Partie kommt am 30. August gleich der Vizemeister Rhein-Neckar Löwen zum ersten Heimspiel in die Porsche-Arena. „Aber die Saison wird nicht in den ersten beiden Spielen entscheiden“, sagt Schweikardt – auch aus Erfahrung. In der Vergangenheit ist der TVB meist gut in die Saison (zuletzt mit 6:4 Punkten) gestartet, um dann eine Schwächephase hinzulegen und in den Abstiegskampf zu geraten. Das soll sich nicht wiederholen. „Wir wollen in jedem Spiel punkten.“ Oder weiterkommen, wie im Pokal, in dem es keine Punkte gibt. Jürgen Schweikardt sagt: „Darauf liegt der volle Fokus.“

Die Generalprobe ist gelungen. Am Mittwoch gab es ein souveränes 35:22 beim Drittligameister TV Kornwestheim – übrigens erstmals wieder mit Dominik Weiß. Noch ein gutes Omen also.

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