Das Wasser war schneller als die Helfer. In Ebersbach gab es eine bange Nacht. Foto: halda/7aktuell.de

Im Kreis Göppingen hat es besonders die Stadt Ebersbach erwischt. Der kleine Bach Sulpach verwandelte sich in einen reißenden Strom.

Am späten Montagnachmittag meldet der Landkreis Göppingen vorsichtig Entwarnung. Zwar sind vor allem im unteren Filstal die Gemeindefeuerwehren, das Technische Hilfswerk sowie die Hilfsorganisationen noch immer damit ausgelastet, die Schäden der Flut zu beseitigen. Die Pegel der Bäche und Flüsse sind aber rückläufig, und vor allem im oberen Filstal hat sich die Situation mittlerweile entspannt.

Am heftigsten getroffen hat der Starkregen die Stadt Ebersbach. Der kleine Bach Sulpach wurde durch den örtlichen Starkregen zu einem reißenden Fluss. Der Bereich der Stegwiesenstraße und des Mühlwegs wurde von der daraus resultierenden Überschwemmung derart getroffen, dass die Hilfskräfte um die Sicherheit von zahlreichen Menschen fürchteten. Das Wasser stieg derart schnell an, dass die örtliche Feuerwehr diese Personen nicht mehr rechtzeitig evakuieren konnte. Behindert wurde die Arbeit der Feuerwehr auch dadurch, dass das eigene Feuerwehrhaus in der Kanalstraße unter Wasser stand.

Zahlreiche Notrufe ließen das Schlimmste befürchten

Zahlreiche Notrufe ließen das Schlimmste befürchten, aufgrund der hohen Strömungsgeschwindigkeit konnte die Feuerwehr diese Personen jedoch nicht mehr erreichen. Da keine Hubschrauber zur Verfügung standen, wurden Strömungsretter der Feuerwehr Stuttgart angefordert, um zu den eingeschlossenen Personen vorzudringen. Rund 20 Personen konnten so aus dem überschwemmten Bereich gerettet werden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Allerdings wurden Schafe durch die Sulpach mitgerissen.

Einige Straßenbereiche wurden bis zu drei Meter überflutet. Eine Evakuierung zahlreicher Gebäude war notwendig und es wurde für mehrere hundert Menschen eine Notunterkunft vorbereitet.

Lärmschutzwand vom Wasser weggeschwemmt

Auch die Bundesstraße 10 wurde massiv überflutet, nachdem eine Lärmschutzwand den Wassermassen nicht standhalten konnte. Die B 10 ist auch aktuell noch in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Die Straßenmeisterei und das THW arbeiten daran, die Straße wieder zu öffnen, was aber bis mindestens Dienstag dauern wird. Als Konsequenz auf die Verschärfung der Hochwasserlage hatte das Göppingen Landratsamt am Sonntag gegen 22.30 Uhr die außergewöhnliche Einsatzlage nach dem Landeskatastrophenschutzgesetz festgestellt. Noch am Abend verschaffte sich Landrat Edgar Wolff ein Bild der Situation vor Ort in Ebersbach und Uhingen. Im Kreisgebiet kam es zudem in Weiler-Krebsbach, Uhingen und Uhingen-Holzhausen, Albershausen und Eislingen/Fils zu Überflutungen in bebautem Gebiet.