Der Mandalorian (Pedro Pascal) lässt Baby Yoda ans Steuer seines Raumschiffs. Foto: Lucasfilm

Mit der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ startet am 24. März der neue Streamingdienst Disney+. Wir haben sie schon gesehen und verraten schon mal so viel: Sie ist großartig!

Stuttgart - Wir sind hier nicht in einem Präriekaff in Arizona, sondern auf irgendeinem Eisplaneten. Hier gibt es keine Pferde, die am Trog vor dem Saloon angebunden sind, sondern draußen in der Kälte rosten Raumschiffe vor sich hin. Die Revolverhelden, die sich hier betrinken, tragen keine Colts und Cowboyhüte, sondern blinkende Hightech-Waffen und haben Rüssel oder Tentakel im Gesicht. Und trotzdem weiß man sofort, dass man mitten drin in einer Westernstory ist, wenn dieser wortkarge Mann ohne Namen und ohne Gesicht in der Tür steht, um sich gleich mit allen auf einmal anzulegen und das Kopfgeld zu kassieren, das auf einen blaugesichtigen Gauner ausgesetzt ist.

Während das „Star Wars“-Original ein Weltraummärchen war („Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis“), ist der Serienableger „The Mandalorian“ ein Weltraumwestern.

Erste „Star Wars“-Realfilmserie

Die erste Realfilm-Serie, die im „Star Wars“-Universum beheimatet ist, spielt fünf Jahre nach der Originaltrilogie, die mit „Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983) zu Ende ging. Pedro Pascal („Game of Thrones“) ist der namenlose Kopfgeldjäger, den alle nur den Mandalorian nennen – ein Einzelgänger, der seinen Helm in den acht Episoden, die von diesem Dienstag an beim neuen Streamingdienst Disney+ zu sehen sind, nur ein einziges Mal abnehmen und dessen Gesicht man nie wirklich zu sehen bekommen wird.

In den einzelnen Episoden nimmt der Mandalorian zwar immer wieder neue Aufträge an, mal befreit er einen Kriminellen aus dem Hochsicherheitstrakt eines Raumschiffgefängnisses, mal beschützt er zusammen mit der Ex-Söldnerin Cara Dune (Gina Carano) Farmer vor Invasoren, ständig muss er sich mit Ex-Stormtroopern anlegen. Doch vor allem geht es in der Serie um das kindliche Wesen, das der Mandalorian eigentlich an seinen vom deutschen Autorenfilmer Werner Herzog gespielten Auftraggeber hätte aushändigen müssen, dann aber doch lieber bei sich versteckt.

Allein schon wegen dieses geheimnisvollen Kindes, das verdächtige Ähnlichkeit mit dem Jedi-Meister Yoda hat, wie er über besondere Kräfte verfügt und deshalb vom Internet auf den Namen Baby Yoda getauft wurde, sowie wegen des kurios coolen Auftritts von Werner Herzog, den man als allerletztes in einem solchen Blockbusterserie erwartet hätte, wäre diese Serie schon sehenswert. Doch dem Showrunner Jon Favreau („Iron Man“) gelingt es außerdem wunderbar, den Ton des „Star Wars“-Epos zu treffen. In seiner Weltraumwestern-Dramaturgie wechseln sich virtuos Drama, Komödie und Action ab. Nur für Romanzen hat Favreau vorerst wenig übrig.

Voller Zitate und „Star Wars“-Erinnerungen

Nebenbei spielt „The Mandalorian“ mit Zitaten aus Italowestern und Samuraifilmen, hat sich ein paar Dinge bei John Woos Cop-Thriller „Hard Boiled“ abgeschaut. Und „Star Wars“-Fans dürfen sich über die Rückkehr einiger alter Bekannter freuen. Wie die monströsen AT-ST-Kampfläufer oder die Jawas, vor denen nichts sicher ist auf dem Wüstenplaneten Tatooine, der tatsächlich ein bisschen wie der wilde Westen aussieht.

Zum Start des Streamingdiensts Disney+ am 24. März sind die ersten beiden Folgen von „The Mandalorian“ verfügbar. Weitere Episoden jeweils freitags.

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