Nach Hitzechaos machen Politik und Verbände Druck - Polizei ermittelt.

Berlin - Im Winter waren es Eis und tückischer Pulverschnee. Jetzt ächzt die Bordtechnik der ICE unter der Hitze. Ihre Vorzeigezüge machen der Bahn immer wieder Ärger. Die künftige Generation soll robuster sein.

Auch gestern mussten die Kunden der Bahn wieder darunter leiden, dass in Zügen des Nah- und Fernverkehrs die Klimaanlagen ausfielen. Nachdem am Wochenende in drei ICEs die Klimaanlagen komplett versagt hatten und neun Schüler in völlig überhitzten Waggons kollabiert waren, steht die Bahn weiter in der Kritik. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) telefonierte gestern mit Bahn-Chef Rüdiger Grube. "Ich erwarte von der Deutschen Bahn, dass die Züge bei minus 40 Grad genauso zuverlässig fahren wie bei plus 40 Grad."

Unterdessen wurde bekannt, dass die für die Bahn zuständige Bundespolizei wegen fahrlässiger Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Das Eisenbahnbundesamt erarbeitet ein Gutachten zum Ausfall der Klimatechnik.

Einiges deutet darauf hin, dass die neuen Pannen in einem Zusammenhang mit dem rigiden Sparkurs stehen. Der Bahnexperte und Grünen-Mitglied Anton Hofreiter wirft der Bahn vor, dass sie die Wartungsintervalle für die Klimaanlagen systematisch verlängert habe, um Kosten zu sparen. Dies räche sich jetzt bei der heißen Witterung: "Bei Temperaturen über 30 Grad müssen die Filter der Anlagen häufiger gewechselt werden. Geschieht dies nicht, fallen diese aus."

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