Außen schön: das Opernhaus Stuttgart Foto: dpa

Die Ideen der Initiative Aufbruch Stuttgart sind es wert, ernsthaft geprüft zu werden. Doch die Parlamente müssen dann bald zwischen den Alternativen entscheiden. Sonst bleibt alles nur Zukunftsmusik.

Stuttgart - Es war ein spannender, hoch interessanter Diskussionsabend im Hospitalhof – und man wäre froh gewesen, das Rathaus hätte bereits vor Jahr und Tag die Debatte über die Opernhaus-Sanierung so offensiv und auf diesem stadtplanerischen Niveau in die Öffentlichkeit gebracht, wie es Aufbruch Stuttgart jetzt tut.

Gleichwohl neigt auch die engagierte Truppe um Wieland Backes dazu, die Debatte vor allem im Kreis Gleichgesinnter zu führen. Die Experten im Hospitalhof schienen vor allem danach ausgewählt worden zu sein, die Aufbruch-Thesen zu stützen – und wurden von Backes auch just so befragt. Es wäre beispielsweise leicht gewesen, einen Vertreter des Staatstheaters der Vollständigkeit halber mal erläutern zu ­lassen, warum aus ihrer Sicht die Bühnen­erweiterung so notwendig ist. Und wer eine zusätzliche Theaterbühne in Stuttgart plant, muss natürlich eigentlich auch mal die zusätzlichen Betriebskosten erwähnen, die dadurch in Zukunft anfallen, und zwar Jahr für Jahr. Oder soll der Littmann-Bau tatsächlich wie in Frankfurt zur Alten Oper werden, in der nur noch „Riverdance“ und georgische Mönchschöre auftreten?

Dennoch: Der Sanierungsplan B von Aufbruch ist es wert, von Stadt und Land bedacht zu werden. Insbesondere der Hinweis auf die künftige Baumöglichkeit für die öffentliche Hand an der Königstraße, egal für welchen Zweck, sollte keinen Gemeinderat unberührt lassen. Eine engagierte Debatte über zwei alternative Konzepte könnte zum Schluss dem Großprojekt just jene Legitimation in der Öffentlichkeit bringen, um die der OB ja offenbar von Anfang an so besorgt war.

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